Kommunalkonferenz eröffnet Grundsatzdebatte
CDU auf Profilsuche

Telgte -

Er machte als erster den Mund auf: Tonius Hertleif, der 30 Jahre für die CDU im Rat der Stadt Telgte saß. „Als jetzt CDU-Abgeordnete das Ehegatten-Splitting für Homosexuelle forderten, habe ich mich schon gefragt, ob ich noch in der richtigen Partei bin.

Samstag, 01.09.2012, 10:09 Uhr

Kommunalkonferenz eröffnet Grundsatzdebatte : CDU auf Profilsuche
CDU wohin?  Die Debatte über Grundsätze der Partei moderierte Astrid Birkhahn, stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende. Das kleine Bild zeigt die Arbeitsgruppe zum Thema Arbeit und Beschäftigung. Foto: Kopmann

“ Und weil er seinen Unmut deutlich machen wollte, nahm Hertleif an der Kommunalkonferenz seiner Partei teil. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich hier mit dem Thema „ CDU wohin?“

Um traditionelle Grundsätze und heutige Standpunkte ging es bei der Diskussion, die von der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzenden Astrid Birkhahn moderiert wurde. Eine zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema Arbeit. Hier übernahm der Kreisvorsitzende Reinhold Sendker die Federführung.

Äußerst zufrieden war Sendker nach der Veranstaltung: Gut 60 CDU-Mitglieder waren der Einladung gefolgt. „Und wir hatten eine Bomben-Diskussion, wie wir sie lange nicht mehr gehabt haben.“ Vom Betreuungsgeld bis zur Sonntagsarbeit oder der Einführung eines Erziehungsgeldes kamen viele Themen auf den Tisch. Dabei wurden keine Ergebnisse festgeschrieben. Mit der Kommunalkonferenz wollte die Partei eine (von vielen vermisste) Grundsatzdebatte anschieben. Sie wird jetzt in Workshops in den einzelnen Ortsverbänden vertieft.

In der Gruppe, die sich mit dem Thema Arbeit beschäftigte, kamen zunächst Fachleute zu Wort. So warb Joachim Fahnemann , Geschäftsführer der Arbeitsagentur Ahlen, dafür, ältere Arbeitslose wieder verstärkt in den Blick zu nehmen. „Im Kreis Warendorf sind rund 30 Prozent der Arbeitslosen über 50“, gab Fahnemann zu bedenken. Jochen Klein, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Zement und Baustoffe, regte in diesem Zusammenhang an, über die Einführung von Lebensarbeitszeit-Konten nachzudenken. Mit diesem Instrument könne man in jungen Jahren mehr Leistung erbringen, um später etwas herunterzufahren. In einer älter werdenden Gesellschaft sei Frühverrentung jedenfalls keine Lösung.

Landrat Dr. Olaf Gericke hob den Einsatz des Kreises für ein besseres Standort-Marketing hervor.

Frank Tischner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, forderte eine bessere Infrastruktur und in diesem Zusammenhang den Ausbau der B 64. Ferner sei wichtig, den Bereich Bildung zu fördern, um an qualifiziertes Personal zu kommen. Hohe Erwartungen stellt Tischner dabei an das Hochschul-Kompetenz-Zentrum.

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