Museumsleiter Dr. Bennie Priddy verabschiedet
Bye, bye Bennie!

Kreis Warendorf -

Was macht ein Amerikaner in Westfalen? Noch dazu in Liesborn? Mit dieser Frage leitete Landrat Dr. Olaf Gericke seine Laudatio auf Dr. Bennie Priddy ein, der am Dienstag im Museum Abtei Liesborn verabschiedet wurde.

Donnerstag, 10.05.2012, 09:05 Uhr

Museumsleiter Dr. Bennie Priddy verabschiedet : Bye, bye Bennie!
Sichtlich gerührt nahm Dr. Bennie Priddy (l.) bei seiner Verabschiedung als Museumsleiter die guten Wünsche seiner Nachfolgerin Dr. Elisabeth Schwarm und Landrat Dr. Olaf Gericke an. Foto: Hartleb

Wobei der 65jährige gebürtige Memphiser einen berühmten Vorgänger hatte, der als GI nach Deutschland : Elvis Presley. „Vielen Dank, dass Sie mir nie das Gefühl gegeben haben, mich als Fremder zu fühlen“, wandte sich Priddy an die knapp 150 Gäste, die der Kreis Warendorf zu Ehren des langjährigen Museumsleiters eingeladen hatte.

Gericke erinnerte an die anfängliche Skepsis, als Priddy 1987 zum Nachfolger von Dr. Dr. Adolf Smitmans bestellt worden war. Doch die Skeptiker hätten sich schon bald eines Besseren belehren lassen, weil Priddy dem Museum seinen „sehr persönlichen Stempel“ aufgedrückt habe. „Sie hinterlassen große Fußstapfen“, sagte der Landrat und wandte sich zugleich an Dr. Elisabeth Schwarm, die am 1. Juni das Amt als Direktorin übernehmen wird. Wobei er der Kunsthistorikerin und gebürtigen Westfälin – Schwarm stammt aus Lengerich – beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Museumsleitung attestierte.

Eigentlich sei er 1986 als junger Kunsthistoriker nur nach Liesborn gekommen, um mit seinem Vorgänger Smitmans zusammenzuarbeiten, erzählte Priddy launig. Und als der ein Jahr später nach Albstadt ging, habe er sich entschlossen, sich um die Museumsleiterstelle zu bewerben. In den zurückliegenden Jahren habe er 1500 Führungen gemacht und einige hundert Ausstellungen eröffnet. Er dankte vor allem seinen Mitarbeitern, denn ein Museumsleiter sei nur so gut wie sein Team. Ausdrücklich bedankte sich Priddy bei Maria Siewecke. „Wenn ich der Kopf des Museums war, dann sind Sie das Herz“, sagte Priddy – unter großem Beifall der Gäste.

Er habe es immer als seine Aufgabe angesehen, den Kunstbesitz des Kreises zu erhalten und zu vermehren. Dabei habe für ihn die Qualität der Kunst im Vordergrund gestanden, sonst laufe man Gefahr, zu einem Heimatmuseum zu werden.

Priddy fiel der Abschied hörbar schwer. Er habe es vor 25 Jahren als Baustelle übernommen und verlasse es als Baustelle. Das Museum sei seine tägliche Arbeit gewesen. Und an seine Frau Thecla, und seine Kinder Stephan und Florance gerichtet sagte er: „Ihr seid mein Leben.“

Für den musikalischen Rahmen sorgte Florian Meyer-Langenfeld als künstlerischer Leiter der Liesborner Museumskonzerte, die ein fester Bestandteil des Programm des Hauses geworden sind.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/733657?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1786161%2F1786206%2F
Zwei Frauen über Politik, Wahlen und Frauenquote
Interview: 100 Jahre Frauenwahlrecht: Zwei Frauen über Politik, Wahlen und Frauenquote
Nachrichten-Ticker