Überversorgung mit Psychotherapeuten – trotzdem hoher Bedarf : Therapie ist kein Makel
Da stimmt was nicht – die Planung

Die Deutschen gehen gerne und oft zum Arzt. Kein Wunder, dass die Kassen verstärkt aufs Geld achten. Aber wenn der Versorgungsgrad mit Psychotherapeuten bei 217 Prozent liegen soll und der Bedarf dennoch nicht gedeckt wird, dann stimmt was nicht: die Planung. Gerade die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist eine echte Wachstumsbranche geworden. Immer mehr Kinder kommen in der Schule nicht klar, fühlen sich alleine, leiden unter Depression und Ängsten. Ein trauriges Bild unserer Gesellschaft. Natürlich ist Therapie nicht das einzige Heilmittel. Immer wieder ist die Rede davon, dass junge Menschen sich nach Zuwendung sehnen. Da ist auch die Familie gefordert. Aber weil die oft überfordert ist, muss es professionelle Hilfe geben. Zeitnah. Therapeuten können Brückenbauer sein, damit junge Menschen wieder Vertrauen zu sich selbst und ins Leben fassen. Das kostet Geld und hat hohe Krankenkassenbeiträge zur Folge. Aber der Schaden für die Gesellschaft wird nur größer, wenn die Planung den Bedarf schlicht nach unten rechnet. Vom Unrecht gegenüber den jungen Menschen mal ganz abgesehen. Beate Kopmann

Freitag, 21.03.2014, 10:03 Uhr

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2335944?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F2592480%2F2592485%2F2335938%2F
Nachrichten-Ticker