Protest gegen Fracking
Skepsis und Ablehnung gegen Pilotprojekte im Kreis Warendorf

Kreis Warendorf -

Skepsis und Ablehnung gegen Fracking im Kreis Warendorf: Ein Antrag von ExxonMobil steht Freitag im Umweltausschuss des Kreises zur Diskussion.

Mittwoch, 07.05.2014, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2014, 18:16 Uhr

Die ExxonMobil Deutschland GmbH will sich die Erlaubnis sichern, als einziges Unternehmen Anträge auf Probebohrungen im Feld „Nordrhein-Westfalen Nord“ (6600 Quadratkilometer) zu stellen. Die Genehmigung dafür endet am 13. September und war vor fünf Jahren ohne Beteiligung der Kommunen erfolgt. Etwa 80 Prozent der Kreises Warendorf liegen in diesem Feld. Ausgenommen sind Teilgebiet von Ahlen, Drensteinfurt und Oelde sowie Wadersloh.

Erteilt wurde die damalige Genehmigung von der Bezirksregierung Arnsberg, wobei man sich nur auf das Bergrecht stützte. Dieses Vorgehen ist seit Jahren massiv in der Kritik.

ExxonMobil will sich im genannten Bereich die Möglichkeit sichern, die Gewinnung von Methangas zu untersuchen, das an Kohleflöze gebunden ist. Dies lagert in größeren Tiefen, so dass es wahrscheinlich nur mit der Fracking-Methode gewonnen werden kann.

Freitag ist der Antrag von ExxonMobil Thema im Umweltausschuss des Kreistages. Bereits vorab machen jetzt die Freien Wähler im Kreis Warendorf gegen das Projekt mobil. In einer Pressemitteilung weist Fraktionssprecher Rudolf Nahrmann darauf hin, dass der Konzern inzwischen damit wirbt, dass die Hinzufügung giftiger Chemikalien bei den Probebohrungen möglicherweise gar nicht mehr nötig sei. Sicher sei das aber nicht. „Pilotprojekte in unserem Kreis sind gewünscht“, so Nahrmann. Die FWG lehne jedwede Probebohrungen entschieden ab und habe den Landrat aufgefordert, klare Formulierungen zu benutzen, die kein Offenlassen einer Hintertür oder nur eine Aussetzung bis zur Gewinnung vermeintlicher Klarheit ermöglichen.

Auch Friedrich Gnerlich, Umweltdezernent des Kreises, ist skeptisch. „Viele Fragen sind offen, etwa die Auswirkungen auf das Grundwasser. Solange nicht alle Risiken ausgeschlossen sind, lehnen wir eine Erlaubnis für ExxonMobil ab.“ Damit ist die Kreisverwaltung nicht so rigoros wie die FWG, die ein grundsätzliches Verbot von Fracking für den Kreis fordert.

► Das Thema wird am Freitag (9. Mai) im Umweltausschuss des Kreises diskutiert. Er tagt ab 9 Uhr im Beckumer Ständehaus, Weststraße 75 in Beckum.

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