Milchbauern protestieren
Runter mit der Menge

Everswinkel -

Seit dem Wegfall der Milchquote im Frühjahr 2015 sind 6,1 Millionen Tonnen mehr Milch auf dem Markt. Und dann soll der dramatische Einbruch des Milchpreises nur ein Absatzproblem sein?

Dienstag, 31.05.2016, 17:05 Uhr

Verärgert sind Tobias Schwakenberg (l) und Lambert Stöcker nicht nur wegen der dramatisch eingebrochenen Milchpreise. Dass kein Vertreter von Deutschlands größter Molkerei gesprächsbereit war, stieß den Milchbauern besonders sauer auf.
Verärgert sind Tobias Schwakenberg (l) und Lambert Stöcker nicht nur wegen der dramatisch eingebrochenen Milchpreise. Dass kein Vertreter von Deutschlands größter Molkerei gesprächsbereit war, stieß den Milchbauern besonders sauer auf. Foto: Kopmann

Nein. Anne Schild-Budde (Coesfeld) glaubt das nicht. „Wir produzieren einfach zu viel“, sagt die Milchbäuerin, die im Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) organisiert ist. „Und wir müssen runter von dieser Menge .“

Knapp 100 Landwirte waren am Dienstag nach Everswinkel gekommen, um vor den Toren des Deutschen Milchkontors (DMK) zu protestieren. Die Milchbauern fordern mehr Unterstützung von den Molkereien. Doch kein einziger Vertreter von Deutschlands größter Molkerei ließ sich blicken.

Unzufrieden sind die Bauern auch mit den Ergebnissen des Milchgipfels. Tobias Schwakenberg , Sprecher des BDM im Kreis Warendorf, bezeichnete ihn als „Gipfel der Verantwortungs- und Hilflosigkeit“.

Dass Kreislandwirt Karl Werring als Vertreter des Bauernverbandes gestern betont hatte, es habe die Bauern schließlich niemand gezwungen, so viel zu melken, verärgert die Milchbauern erst recht. „Der Bauernverband hat in den letzten Jahren immer wieder dazu gedrängt, man brauche mehr Wachstum – und uns Landwirte aufgefordert, mehr zu investieren“, schimpft Ansgar Stockhoff (Glandorf). „Und die Betriebe, die das gemacht haben, sind besonders schlecht dran. Viele sind in ihrer Existenz gefährdet.“  

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