Kommentar zur Diskussion über Innere Sicherheit
Ein Sieg der Vernunft

Lohnen sich Info-Abende in „Postfaktischen Zeiten“, in denen dem Bürger unterstellt wird, mehr auf Gefühle als auf Fakten zu reagieren? Ja. Das unterstreicht allein der Blick auf die Teilnehmerzahl der Info-Abende, zu denen CDU und SPD eingeladen hatten. Die Menschen wollen Fakten. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Donnerstag, 02.02.2017, 08:02 Uhr

Bleibt zu hoffen, dass die nüchternen Daten, die den Bürgern geliefert wurden, auch dazu beitragen, Ängste abzubauen. So ist immer wieder von zunehmender Kriminalität die Rede. Dabei ist das Gegenteil der Fall. In den vergangenen 20 Jahren sank die Kriminalitätsrate. Dass es trotzdem in der jüngsten Zeit wieder mehr Delikte gab, lag – anders als von vielen vermutet – nicht an den Flüchtlingen. Es ist hilfreich, sich mit diesen Zahlen zu beschäftigen. Schließlich ist Angst ein schlechter Ratgeber. Weiterhin auf Vernunft und Offenheit zu setzen statt ständig den angeblichen Kontrollverlust des Staates zu beschwören, wäre ein guter Weg, um die Freiheit der Bürger zu verteidigen. Was es dazu auf keinen Fall braucht, sind Bürgerwehren. Eine bessere Ausstattung der Polizei würde dagegen garantiert helfen.

Damit Integration gelingen kann, sind Anstrengungen auf beiden Seiten nötig. Der Zuwanderer muss Deutsch lernen und das Grundgesetz bejahen. Moschee-Vereine sind verpflichtet, darauf hinzuweisen, wenn sich Menschen in ihren Reihen radikalisieren. Aber die Gesellschaft muss den Zuwanderern auch eine Chance geben. Der türkische Bürger mit deutschem Pass, der bei der Gemeinde sein Anliegen gar nicht vorbringen darf, sondern sofort zum Ausländeramt geschickt wird, ist nur ein Beispiel dafür, dass Integration keine Einbahnstraße sein darf.

Beate Kopmann

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