Fahndung nach einem mutmaßlichen Mörder
Auf Streife mit der Nachtschicht

Ahlen -

Die Fahndung nach einem Tatverdächtigen in einem Mordfall, das Schlichten von Streitigkeiten und das Beruhigen von Randalierern. Wir haben eine Polizeistreife während einer Nachtschicht begleitet.

Freitag, 21.07.2017, 08:07 Uhr

Gemeinsam auf Streife: Polizeihauptkommissar Dietmar Muschik, Dienstgruppenleiter bei der Polizeiwache Ahlen (im Vordergrund) und Polizeikommissar Christian Dehne (im Hintergrund).
Gemeinsam auf Streife: Polizeihauptkommissar Dietmar Muschik, Dienstgruppenleiter bei der Polizeiwache Ahlen (im Vordergrund) und Polizeikommissar Christian Dehne (im Hintergrund). Foto: Polizei

Am Wochenende des G 20-Gipfels läuft auf der Wache in Ahlen der Fernseher. Die Beamten interessierten sich sehr für das Geschehen rund um den Gipfel in Hamburg. Schließlich waren viele ihrer Kollegen dabei, als die Situation mit den Demonstranten eskalierte. Zahlreiche Polizisten wurden verletzt. Das löste auch auf der Wache am Südberg Diskussionen aus. Schließlich hätten sie dabei sein können.

Tötungsdelikt beschäftigt die Polizei

Doch der G 20-Gipfel war dann doch nur eine Randnotiz in Ahlen, schließlich galt es, vor Ort die Stellung zu halten, eine Nacht mit vielen Einsätzen stand bevor. Ahlen feierte mit Tausenden Besuchern Stadtfest. Außerdem beschäftigten zwei Vorfälle des Tages die Beamten. In einer Übergabe berichteten die Kollegen der Tagschicht von den Geschehnissen.

Aus der Werse wurde die Leiche einer älteren Frau geborgen, Fremdverschulden wurde aber nicht vermutet. Viel wichtiger für den Einsatz in der Nacht: Am Morgen wurde eine 22-jährige Frau in Beckum erwürgt, wenig später ging die Wohnung in Flammen auf. Ihr Freund, ein Bundeswehrsoldat, war dringend tatverdächtig. Er befand sich auf der Flucht und war bewaffnet.

Die Fahndung nach dem jungen Mann gehörte zu den Aufgaben in jener Nacht. „Wenn es verdächtige Hinweise gibt oder auf Streife etwas auffällt, wird natürlich sofort Verstärkung gerufen“, erklärten die Beamten.

Nicht wie bei Toto & Harry

Ein Streifen-Duo bildeten die Beamten Dietmar Muschik und Volker Rump . „Bei uns gibt es immer wechselnde Teams. So etwas wie bei Toto & Harry gibt es hier nicht. Durch die Zusammenarbeit mit immer anderen Kollegen gibt es eine Art Qualitätssteigerung“, meinte Dietmar Muschik, der Dienstgruppenleiter in jener Nachtschicht war.

So etwas wie bei Toto & Harry gibt es hier nicht.

Dietmar Muschik

„Das bedeutet aber nicht viel. Jeder ist gleichgestellt und jeder ist auf jeden angewiesen“, erklärte er und fügte hinzu: „Es gibt kaum noch Hierarchien bei der Polizei.“ Muschik war wichtig zu erwähnen, dass Polizeiarbeit Teamarbeit ist. Einzelkämpfer – wie in diversen Fernsehkrimis zu sehen – gäbe es nicht.

Haben alles unter Kontrolle: Die Polizisten (v. r.) Christian Dehne, Volker Rump, Volker Dombrink und Dietmar Muschik auf der Ahlener Wache.

Haben alles unter Kontrolle: Die Polizisten (v. r.) Christian Dehne, Volker Rump, Volker Dombrink und Dietmar Muschik auf der Ahlener Wache. Foto: Jonas Wiening

Im engen und gut ausgestatteten Einsatzwagen ging es für Rump und Muschik zum Stadtfest, die Beamten stiegen aus und machten einen Gang durch die Straßen. Dann ging es weiter durch die Stadt. Die bekannten Ecken Ahlens wurden abgefahren. Nichts Auffälliges. Über Funk wurde Kontakt zur Dienststelle gehalten.

Randalierer und Streitigkeiten

In einem Casino randalierte ein Mann. Er hatte beim Glücksspiel verloren und vermutete manipulierte Automaten. Beim Eintreffen der Polizei hatte sich der Mann schon beruhigt. Anzeige wurde trotzdem erstattet.

Bei einem weiteren Einsatz wurde ein lauter Streit auf der Straße beendet. Hier hatte es sich mit einem Platzverweis für beide Parteien aber auch getan.

Eine Nacht mit vielen Einsätzen stand bevor.

Eine Nacht mit vielen Einsätzen bei der Polizei. Foto: Jonas Wiening

Außerdem ging es bei einem Einsatz zu einem Haus, an dem verdächtige Bewegungen gemeldet worden waren. Die beiden Polizisten konnten aber nichts feststellen. „Das ist häufig so. Die Leute haben Angst. Heute wird schon mal des Öfteren zum Hörer gegriffen und die 110 gerufen“, erklärte Dietmar Muschik.

Zur Routine bei Einsätzen sagte er: „Jeder Sachverhalt ist anders. Man kann nicht sagen, wie etwas abläuft und wie lange ein Einsatz dauert. Und nur zu den wenigsten Einsätzen wird das Blaulicht eingeschaltet. Nur wenn der Rettungsgedanke im Vordergrund steht.“

Viele Kleinigkeiten können durch klare Ansagen geregelt werden. Eine wichtige Eigenschaft für die Polizisten ist Menschenkenntnis. Und die kommt mit der Erfahrung, versicherten die Beamten.

Inspektor Barneby oder so geht dann doch mal.

Dietmar Muschik

Viel Papierkram für Beamte

Die Arbeit der Polizei besteht aber nicht nur aus Einsätzen, sondern zu einem großen Teil auch aus Papierkram. „Die Berichte füllen sich schließlich nicht von alleine aus“, sagte Dienstgruppenleiter Muschik.

Unterdessen gingen andere Kollegen Hinweisen auf den Verdächtigen im Todesfall am frühen Morgen nach. Nachts ergab sich aber nichts mehr. In der folgenden Frühschicht aber, entdeckte man das Auto des Flüchtigen. Nach einem Schusswechsel konnte die Polizei den Verdächtigen schwer verletzt festnehmen.

„Mit dem Geschehen in den Fernsehkrimis hat Polizeiarbeit generell wenig zu tun. Die gucken die meisten Polizisten sowieso eher selten“, sagte Muschik, fügte aber hinzu: „Inspektor Barneby oder so geht dann doch mal.“

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