Beckumer Betrieb angezeigt
„Tierretter“ klagen schreckliche Zustände an

Kreis Warendorf -

„Schreckliche Zustände in Schweinemastbetrieben“ meldete der Verein „tierretter.de“ gestern von sechs Betrieben landesweit. Auch dem Veterinäramt des Kreises wurden Dienstagmorgen Fotos und Filmaufnahmen von einem Hof in Beckum, der nach Auskunft der Aktivisten die Firma „Westfleisch“ beliefern soll, per Mail zugeschickt.

Dienstag, 17.10.2017, 17:10 Uhr

Mit Fotos und Filmaufnahmen, die sie im August gemacht haben, zeigten die „tierretter.de“ gestern einen Beckumer Schweinemastbetrieb beim Kreisveterinäramt an.
Mit Fotos und Filmaufnahmen, die sie im August gemacht haben, zeigten die „tierretter.de“ gestern einen Beckumer Schweinemastbetrieb beim Kreisveterinäramt an. Foto: tierretter.de

Laut Begleittext stammen die Aufnahmen von einem Einbruch in einen Stall, der in der Nacht vom 3. auf den 4. August diesen Jahres begangen worden ist.

Das Material von tierretter.de zeigt eine Reihe von Verletzungen unterschiedlichen Grades bei den Mastschweinen. Außerdem zeigen die Aufnahmen, dass mehrere Selbsttränken in den Ställen nicht funktionierten oder abgestellt waren. Ein Schwein wurde offensichtlich im Stallgang abgesondert. Diese Bilder ließen den Verdacht zu, dass es sich zumindest um Ordnungswidrigkeiten nach dem Tierschutzgesetz handelt. Deshalb hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises, wie bei Tierschutzanzeigen üblich, unverzüglich reagiert und noch gestern Vormittag eine Kontrolle des Betriebes in dem knapp 2000 Schweine gehalten werden, durchgeführt.

„Unabhängig davon, auf welche fragwürdige Art das Bildmaterial beschafft worden ist, müssen wir Hinweisen auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nachgehen. Möglicherweise auch wegen der starken zeitlichen Verzögerung, mit der die Anzeige bei uns eingegangen ist, konnten wir die meisten Vorwürfe bei der Kontrolle vor Ort nicht mehr feststellen. Allerdings waren die Tränken teilweise nicht in Betrieb. Hinweise auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz haben wir jedoch nicht gefunden“, berichtet Dr. Andreas Witte , Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreises. Nach der Kontrolle und aufgrund der zugeleiteten Informationen wird gegen den Betrieb aber ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

„Mehr als zwei Monate mit der Weiterleitung des Materials zu warten, ist nicht im Sinne des Tierwohls. Wer die Vergehen nicht sofort meldet, nimm das Leid der Tiere in kauf“, merkt Witte in diesem Zusammenhang kritisch an.

„Der Betrieb war in den letzten sechs Jahren zweimal, zuletzt im November 2016, durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises kontrolliert worden. Dabei waren keine Verstöße gegen das Tierschutzrecht festgestellt worden“, unterstreicht der Kreisveterinär.

Tierschutzkontrollen führt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Warendorf anlassbezogen oder routinemäßig nach Risikoanalyse durch. 2016 wurden in den Nutztierhaltungen des Kreises 261 Tierschutzkontrollen durchgeführt, 2017 waren es bisher 234, erläutert der Kreis.  

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