Neue Tarife ab 2018
Sozialticket wird für Nutzer teurer

Kreis Warendorf -

Das Land zieht sich schrittweise aus der Förderung des Mobi-Tickets zurück, das sozial Schwache nutzen können. Der Kreis will deswegen 2018 die Kosten für die Nutzer erhöhen.

Freitag, 24.11.2017, 18:10 Uhr aktualisiert: 30.11.2017, 15:11 Uhr
Das Mobi-Ticket wird im Jahr 2018 zunächst weiter angeboten. Allerdings müssen die Nutzer mehr zahlen. Langfristig dürfte das Sozialticket auslaufen, da das Land sich aus der Finanzierung zurückzieht.
Das Mobi-Ticket wird im Jahr 2018 zunächst weiter angeboten. Allerdings müssen die Nutzer mehr zahlen. Langfristig dürfte das Sozialticket auslaufen, da das Land sich aus der Finanzierung zurückzieht. Foto: Klaus Meyer

Die Nachfrage ist groß: Aktuell nutzen 1700 Kunden im Kreis das Mobi-Ticket. „Obwohl wir noch Mittel aus der Landesförderung 2016 einsetzen konnten, liegt das Defizit bei über 200 000 Euro“, sagte Heinz-Jürgen Müller , Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz. In diesem Jahr lässt sich das ausgleichen, weil das kommunale Verkehrsunternehmen RVM Mehreinnahmen in gleicher Höhe hat.

Würde das Sozialticket weiter laufen wie gehabt, könnte dem Kreis aber am Ende des Jahres 2018 bereits ein Defizit von rund 600 000 Euro drohen. Denn das Land NRW hat beschlossen, die Förderung schrittweise auslaufen zu lassen. Vor diesem Hintergrund hat nun der Planungsausschuss mit den Stimmen von CDU , FWG und Grünen beschlossen, den Anteil für die Nutzer zu erhöhen. Beispielsweise verteuert sich die Umweltkarte: von 15 auf 25 Euro.

Im Vorfeld hatten SPD und Grüne sich für eine verlässlich Finanzierung des Mobi-Tickets stark gemacht und würden am liebsten alles so lassen wie es ist. Die SPD stimmte deswegen auch dagegen, das Ticket zwar beizubehalten, aber die Nutzer stärker zu belasten. Die Vertreter von FDP und AfD waren ebenfalls gegen dieses Modell – allerdings aus anderen Gründen. Sie lehnen das Sozialticket generell ab.

Peter Kreft (SPD) machte zu Beginn der Sitzung deutlich, dass das Sozialticket ein Herzensanliegen der Sozialdemokraten sei, für das man über Jahre gekämpft habe. Wie der Kreistag in dieser Frage entscheide, sei für die SPD entscheidend, um zu klären, ob man den Haushalt mittrage oder nicht.

Josef Schmedding (CDU) betonte, seine Fraktion trage das Mobi-Ticket nur mit, solange es Landesmittel gebe. Auch Bernhard Poggenberg (FWG) wies darauf hin, dass die Freien Wähler es grundsätzlich kritisch sehen, den Kreishaushalt mit Kosten für dieses Ticket zu belasten.

Grundsätzlich lehnen FDP und AfD das Ticket ab. „Sie reiten ein totes Pferd“, kommentierte der AfD-Vorsitzende Dr. Christian Blex mit Hinweis darauf, dass die Landesförderung 2020 auflaufen soll.

Die AfD holte sich ferner eine Abfuhr mit ihrem Antrag, die Stelle des Klimaschutzmanagers zu streichen. Keine Unterstützung fand Blex auch für seine Kritik am Konzept zur Verbesserung der E-Mobilität im Kreis. Das soll vor allem für mehr Lade-Säulen sorgen. Umweltdezernent Carsten Rehers wies darauf hin, dass man sich derzeit im Münsterland abstimme, um eine einheitliche Lade-Infrastruktur zu haben.

Blex betonte, dass E-Autos trotz massiver Förderung am Markt nicht absetzbar seien. Die Fahrzeuge hätten eine viel zu geringe Reichweite, das Laden der E-Fahrzeuge dauere außerdem zu lange.

Konrad Richter (FDP) und Bernhard Poggenberg (FWG) hielten dem entgegen, dass E-Autos „der typische Zweitwagen“ seien und sich für Stadtfahrten eigneten. Josef Schmeeding (CDU) wertete es als einen Standortvorteil, die Infrastruktur für E-Mobilität weiter zu entwickeln. „Auch, wenn das ein weiter und teurer Weg ist.“

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