Mordprozess
Ehemaliger Bundeswehrsoldat gesteht: Ex-Freundin getötet

Beckum / Münster -

Der 27-jährige ehemalige Bundeswehrsoldat aus Wadersloh, der im vergangenen Juli nachts seine 22-jährige Ex-Freundin in Beckum erwürgt haben soll, hat die Tat gestanden.

Donnerstag, 11.01.2018, 17:01 Uhr

 
 Vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster wurde am Donnerstag der Prozess gegen den damaligen Bundeswehrangehörigen aus Wadersloh fortgesetzt, der im vergangenen Juli nachts seine 22-jährige Ex-Freundin in Beckum erwürgt haben soll. Foto: Friso Gentsch (dpa)

Vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster wurde am Donnerstag der Prozess gegen den damaligen Bundeswehrangehörigen aus Wadersloh fortgesetzt, der im vergangenen Juli nachts seine 22-jährige Ex-Freundin in Beckum erwürgt haben soll. Anschließend hatte er das Zimmer in Brand gesteckt und war geflüchtet.

Frau wohnte bei ihrer Großmutter

Der Angeklagte ist geständig, konnte sich aber aufgrund von Gedächtnislücken nicht zu allen Tatvorwürfen äußern. Nach Mitternacht hatte der 27-jährige Vater einer Tochter seine bei ihrer Großmutter im Haus lebende Ex-Freundin aufgesucht.

Das Gericht versucht im Verfahren zu klären, ob das Opfer ihn hereinließ, oder ob der Angeklagte sich über den Hof und eine Hintertür Zugang ins Haus am Nordwall verschafft hatte. Dazu wurde unter anderem die 74-jährige Großmutter und Hauseigentümerin verhört.

Mein Mandant ist in vollem Umfang geständig. Natürlich nur, insofern er sich an das Geschehen erinnert.

Rechtsanwalt Jürgen Föcking

Sie war aufgewacht, weil sie ein „schepperndes Geräusch“ im Hof gehört habe. Rund 15 Minuten später wurde es in der Wohnung der Enkelin laut. Die Hauseigentümerin stand auf und ging nach oben. Auf halben Weg sah sie den Brand in der kleinen Wohnung. „Ich habe nach meiner Enkelin gerufen, aber dann schnell das Haus verlassen“, erklärte die Großmutter vor Gericht.

Mann wollte sich von Stauermauer stürzen

Ein Nachbar hatte schon die Feuerwehr alarmiert, die beim Löschen die Leiche der 22-Jährigen fand. Ziemlich schnell wurde nach dem Ex-Freund gefahndet. Der sei mit seinem Fahrzeug zum Möhnesee gefahren, wo er sich von der Staumauer stürzen wollte. Er hatte sogar schon einen fünfzeiligen Abschiedsbrief verfasst.

Doch schließlich verwarf er die Selbsttötung und fuhr nach Frankfurt zu seinem Vater. Da er dessen Fahrzeug nicht vorfand, kehrte er zurück nach Wadersloh.

Polizei schoss sieben Mal auf Verdächtigen

Dort versuchte er bei einem Bekannten, der anschließend die Polizei informierte, Schusswaffen zu erbeuten. Dies gelang nicht und der 27-Jährige, der Spielschulden in Höhe von 120.000 Euro haben soll, setzte die Flucht fort.

Er floh, als eine Polizeistreife auftauchte mit hoher Geschwindigkeit in einen Wirtschaftsweg. Schließlich wendete er und die Polizei stoppte ihn. Da er seine Waffe nicht weglegte, schoss die Polizei, die sieben Mal den Verdächtigen traf.

Angeklagter sehr eifersüchtig

Aus den Aussagen und Vernehmungen vor der Kammer wurde deutlich, dass der Angeklagte sehr eifersüchtig war. Dies auch schon in einer vorherigen Beziehung. Das 22-jährige Opfer hatte, so die Mutter und Großmutter vor Gericht, sehr viel Angst vor dem Ex-Freund, mit dem sie nur rund ein halbes Jahr befreundet war.

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