Beziehungsdrama in Beckum
Totschlag & versuchter Mord: unterschiedliches Strafmaß gefordert

Beckum. / Münster -

Im Prozess vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster um die Tötung einer 22-jährigen Beckumerin am 7. Juli vergangenen Jahres hat die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von zwölf Jahren für den 27-jährigen Bundeswehrangehörigen aus Wadersloh wegen Totschlags gefordert.

Dienstag, 23.01.2018, 18:01 Uhr

 
  Foto: Friso Gentsch/dpa

Die anschließende Brandstiftung durch den Beschuldigten im Zimmer seiner Ex-Freundin wertete sie als versuchten Mord an der im Erdgeschoss des über 100 Jahr alten Einfamilienhauses schlafenden Großmutter des Opfers.

„Wir sind auf die Einlassungen des Angeklagten angewiesen, da wir seine Aussage, das Opfer habe ihm Zugang zur Wohnung gewährt, nicht widerlegen können“, verdeutlichte die Staatsanwältin.

Nebenkläger fordert lebenslange Haftstrafe

Der Rechtsanwalt der Eltern des Opfers forderte hingegen eine lebenslange Strafe. „Wir sollen ihm glauben. Ich tue es nicht“, erklärte Nebenkläger Oliver Lankes . Aus seiner Sicht wäre es durchaus wahrscheinlich, da das Opfer jeglichen Kontakt mit dem Wadersloher vermeiden wollte, dass der Soldat sich über den Hof und dortige offene Küchentür Zugang zum Haus verschafft hatte.

Unklar war in der Beweiserhebung geblieben, ob während der Tat Licht im Zimmer brannte. „War dies nicht der Fall, dann ist für mich der Tathergang klar“. unterstrich Lankes.

Es ist Totschlag, da wir die Einlassungen des Angeklagten nicht widerlegen können.

Staatsanwältin Nicole Karweger

Vereidiger Jürgen Föcking verwies einerseits auf das Geständnis seines Mandanten und appellierte andererseits an das Gericht, die frühere Spiel- und Alkoholsucht sowie die schwierige Jugend des Beschuldigten bei der Urteilsfindung zu berücksichtigen.

Keine Persönlichkeitsstörung

Zuvor hatten Sachverständige eine Persönlichkeitsstörung des Beschuldigten ausgeschlossen. Er sei durchschnittlich intelligent. Seine psychischen Probleme und besonders die gesteigerte Eifersucht seien durchaus noch im Bereich des normalen menschlichen Spektrums. „Von einer Persönlichkeitsstörung kann keine Rede sein“, so der Sachverständige.

Mehr zum Fall

Ein Rechtsmediziner bestätigte, dass das Opfer vor der Brandlegung erwürgt oder erdrosselt worden sei.

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