Kinderbetreuung
U3-Plätze sind Mangelware

Kreis Warendorf -

Mit dem Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren hat der Kreis Warendorf in den vergangenen Jahren stets gepunktet. Und doch reicht es jetzt nicht.

Mittwoch, 14.03.2018, 07:03 Uhr

Insgesamt 60 bis 65 U3-Plätze fehlen derzeit in den Kommunen, die zum Kreisjugendamt gehören. Weil die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigen wird, soll der Druck noch zunehmen.
Insgesamt 60 bis 65 U3-Plätze fehlen derzeit in den Kommunen, die zum Kreisjugendamt gehören. Weil die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigen wird, soll der Druck noch zunehmen. Foto: dpa

Nur in Wadersloh sind die Plätze auskömmlich, in allen anderen Orten wird es eng. In Telgte haben sogar 43 Familien das Nachsehen – ihnen kann weder ein Angebot in der Kita noch in der Tagespflege gemacht werden.

„Die Nachfrage nach Kita-Plätzen wird weiter steigen“, ist Wolfgang Rüting, Leiter des Kreisjugendamtes, sicher. Er geht davon aus, dass langfristig für jedes zweijährige Kind ein Kita-Platz angeboten werden muss. Aktuell fehlen seiner Schätzung nach etwa 60 bis 65 U3-Plätze. „Eltern, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angewiesen sind, erhalten aber einen Betreuungsplatz.“

Im Vergleich zum vergangenen Kindergartenjahr hat das Kreisjugendamt (zuständig für alle Kommunen außer Ahlen, Beckum und Oelde) sogar 57 zusätzliche U3-Plätze eingerichtet. Außerdem sollen weitere Angebote geschaffen werden. Dafür kalkuliert der Kreis mit Fördermitteln in Höhe von 4,7 Millionen Euro. Vielerorts hilft man sich bis dahin mit Übergangslösungen.

Eltern, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angewiesen sind, erhalten aber einen Betreuungsplatz.

Wolfgang Rüting

Im Kindergartenjahr 2018/2019 stellt der Kreis rund 6000 Kita-Plätze zur Verfügung: 4673 für Kinder über drei Jahren und 1286 für Kinder unter drei Jahren. Für den U3-Bereich reicht das Angebot definitiv nicht. So stehen für die Gruppe der zweijährigen Kinder (aktuell 1530) nur 943 Plätze zur Verfügung.

Die endgültige Platzvergabe erfolgt in dieser Woche zum Stichtag 15. März. „Erfahrungsgemäß nehmen nicht alle Eltern den angebotenen Betreuungsplatz an“, betont Susanne Darpe, stellvertretende Jugendamtsleiterin. „Wer keinen Platz in seiner Wunsch-Kita erhalten hat, gibt diesen oft wieder für Nachrücker frei.“ Insofern könnten Eltern, die jetzt leer ausgehen, in der Folge vielleicht doch noch einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen.

Eher rückläufig sei der Ausbau weiterer Plätze in der Tagespflege. Derzeit werden hier 400 Plätze angeboten. „Tendenziell kehren die Tagesmütter immer früher in ihren Beruf zurück, erläuterte Darpe diese Entwicklung. Aber auch für die Kitas werde es schwieriger, noch Erzieher zu finden.

Ein Problem bei der Schaffung neuer Kita-Plätze sei auch, dass nicht ausreichend geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Und in Telgte beispielsweise gebe es auch Widerstand von Nachbarn, die durch eine neue Kita mehr Lärm und mehr Verkehr befürchten und deswegen ein privates Gutachten in Auftrag gegeben haben.

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