Eurobahn-Kunden erhöhen Druck auf NWL
Petition soll Bahn-Chaos beenden

Kreis Warendorf -

Bahnkunden haben von der Eurobahn schon lange genug: Verspätungen, Zugausfälle, zu wenig Triebwagen – das ist Alltag auf den Bahnstrecken RB 69 und RB 67, die durch Ahlen, Neubeckum, Oelde, Warendorf, Telgte und Beelen führen. Eine Online-Petition und verändertes Vergaberecht sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Dienstag, 20.11.2018, 13:41 Uhr aktualisiert: 20.11.2018, 14:16 Uhr
Mit der Eurobahn kommen viele Kunden nicht ans Ziel. Um das zu ändern müsste sich die Vergabepraxis ändern, macht Henning Rehbaum (MdL) deutlich. Parallel hat Jürgen Blümer aus Drensteinfurt eine Online-Petition gestartet, die den Druck auf den NWL erhöhen soll.
Mit der Eurobahn kommen viele Kunden nicht ans Ziel. Um das zu ändern müsste sich die Vergabepraxis ändern, macht Henning Rehbaum (MdL) deutlich. Parallel hat Jürgen Blümer aus Drensteinfurt eine Online-Petition gestartet, die den Druck auf den NWL erhöhen soll. Foto: Ulrich Gösmann

Bahnkunden haben von der Eurobahn schon lange genug: Verspätungen, Zugausfälle, zu wenig Triebwagen – das ist Alltag auf der Bahnstrecke RB 69, die im Kreis Warendorf in Ahlen, Neubeckum und Oelde hält.

Jürgen Blümer aus Drensteinfurt sammelt jetzt unter der Überschrift „Mängel im Schienenverkehr abstellen – Qualität verbessern“ Unterschriften für eine Online-Petition. Sie richtet sich an den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der für die Kommunen Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr der Region Westfalen ist. Deswegen trage der NWL auch die Hauptverantwortung dafür, dass die Eurobahn seit Jahren einen mangelhaften Service auf die Schiene bringt, unterstreicht Blümer.

Das sehen auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und Henning Rehbaum so und haben gemeinsam mit weiteren Abgeordneten ein Krisengespräch in Düsseldorf geführt.

Unterm Strich gibt es aber wenig Hoffnung auf Besserung. Denn Marcus Klugmann, Bereichsleiter Marketing und Bestellermarkt bei der Eurobahn, sowie Karsten Schulz, Bereichsleiter Geschäftsentwicklung, des Unternehmens, konnten keine schnelle Abhilfe versprechen: Im Gegenteil: „Die Eurobahn hat uns gesagt, dass 25 Prozent der Flotte ausfällt“, teilt Rehbaum mit. Daran sollen fehlende Ersatzteile, aber auch fehlende Kapazitäten in den Werkstätten von Keolis schuld sein. Das ist der französische Konzern, zu dem die Eurobahn gehört.

Wie berichtet, prüft jetzt der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) eine weitere Abmahnung der Eurobahn. Die Verbandsversammlung will am 6. Dezember über das weitere Vorgehen gegenüber dem Unternehmen entscheiden. Anfang des Jahres hatte die Versammlung die Eurobahn wegen ähnlicher Probleme bereits abgemahnt.

Auch Rehbaum sieht den NWL in der Pflicht, die Ausschreibungsbedingungen zu überarbeiten: „Für optimale Zuverlässigkeit brauchen wir höhere verbindliche Fahrzeugreserven und die einfachere Möglichkeit, bei Qualitätsmängeln auch Teilleistungen kündigen und neuvergeben zu können.“

Von einer Online- Petition verspricht sich Rehbaum dagegen nicht viel. „Das bringt uns keinen Schritt weiter. Im Übrigen würde es wahrscheinlich mindestens ein Jahr dauern, bis wir einen neuen Betreiber gefunden hätten. Das hilft den Bahnkunden nicht.“ Trotzdem reiche es natürlich nicht, das Wort „Kündigung“ nur als leere Drohung in den Mund zu nehmen.

Diesen Satz kann auch Jürgen Blümer unterstreichen. Er wirbt dafür, dass der NWL einen Mobilitätsplan „In Zukunft Mobil“ erstellt, der konkrete Strafmaßnahmen für Vertragsverletzungen benennt.

► Der Link zur Petition:  https://www.openpetition.de/petition/online/maengel-im-schienenverkehr-abstellen-qualitaet-verbessern

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