Flüchtling aus Afghanistan arbeitet bei „Geba“
Beste Erfahrung mit Zuwanderern

Ennigerloh -

Muhammad Rafi Naimy macht eine Ausbildung bei „Geba“ in Ennigerloh. Möglich ist das, weil viele Ehrenamtler den Mann aus Afghanistan unterstützten.

Samstag, 08.12.2018, 06:01 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 18:38 Uhr
Arbeitsagentur, Unternehmen und der Beschäftigte ziehen eine positive Bilanz (v. l.): Christian König, Sven Gnegeler, Muhammad Rafi Naimy, Kim Natalie Herzog und Berthold Lülf.
Arbeitsagentur, Unternehmen und der Beschäftigte ziehen eine positive Bilanz (v. l.): Christian König, Sven Gnegeler, Muhammad Rafi Naimy, Kim Natalie Herzog und Berthold Lülf. Foto: Peter Schniederjürgen

Gute Geschäfte sind Geschäfte, die allen Beteiligten Vorteile bringen. So haben die Ennigerloher Geba-Kunststoffcompounds und Muhammad Rafi Naimy ein gutes Geschäft gemacht. Denn die Firma suchte eine Lagerfachkraft, Muhammad Rafi Naimy aus Afghanistan eine neue Lebensperspektive. Also hat man sich zusammengetan, und nun ist der Afghane in der Ausbildung und das Unternehmen bekommt die benötigte Fachkraft.

In unserem Unternehmen arbeiten Menschen aus fast zwei Dutzend Ländern.

Sven Gnegeler

So leicht wie es klingt, war die Umsetzung aber nicht. Sprachbarrieren lagen – ebenso wie Probleme mit Behörden – im Weg zum Erfolg für beide Seiten. Die deutsche Sprache ließ sich mit Hilfe von Ehrenamtlern, hoher Motivation und Lerneifer des angehenden Auszubildenden erlernen. Mit den Behörden war es schwieriger. „Als Afghane hatte ich kein Recht auf einen Sprachkurs“, berichtet der Flüchtling. Doch mit Hilfe vieler Menschen konnte er dieses Manko ausgleichen. „Das war für uns das Startsignal“, ergänzt Sven Gnegeler, Geschäftsführer der Geba.

Als Afghane hatte ich kein Recht auf einen Sprachkurs.

Muhammad Rafi Naimy

Denn in seinem international aufgestellten Unternehmen – es fertigt Kunststoffgranulate für die Automobilindustrie – arbeiten Menschen aus fast zwei Dutzend Ländern, und das mit großem Erfolg. Der Betrieb hat nach seinen Angaben beste Erfahrungen mit zugewanderten Arbeitskräften gemacht. Die kommen in Ennigerloh vorzugsweise aus der näheren Umgebung, um Pendelstrecken zu vermeiden. Auch kann sich das Unternehmen auf die Kooperation der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer stützen sowie auf die Unterstützung der Stadt. Denn Bürgermeister Berthold Lülf ist bestrebt, die Türen dafür zu öffnen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist die Sprache, hier arbeiten wir intensiv, um den Menschen diese Qualifikation zu ermöglichen.“ Dabei wird er von der Arbeitsagentur unterstützt. Denn unter den Flüchtlingen gibt es große Potenziale. „Schon mit Blick auf die demografische Entwicklung dürfen wir diese Fähigkeiten nicht brach liegen lassen“, ergänzt Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit. Direkt befasst mit dem Thema ist die Personalleiterin des Unternehmens, Kim Natalie Herzog. Sie erläutert den Werdegang des neuen Azubis im Unternehmen. „Mit der Sprachqualifikation konnten wir Herrn Naimy zunächst als Produktionshelfer einstellen, für uns ein großer Gewinn“, so die Personalerin. Denn der Afghane hatte in seiner Heimat bereist in der Logistik gearbeitet und konnte diese Fähigkeiten hier einbringen.

Das wird nun durch einen in Deutschland gültigen Abschluss ergänzt. Gut für das Unternehmen, gut für den Arbeitnehmer und gut für die Steuer- und Sozialversicherungskassen.

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