88-jährige Mutter des Opfers schlug Täter in die Flucht
Fünf Jahre Haft für versuchten schweren Raub

Ennigerloh -

Zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilte das Landgericht Münster einen 37-jährigen Mann aus Dortmund. Die Anklage lautete auf besonders schweren Raub, den der Angeklagte bereits vor mehr als drei Jahren mit einem inzwischen verstorbenen Mittäter in Ennigerloh verübt hatte.

Freitag, 18.01.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 16:24 Uhr
88-jährige Mutter des Opfers schlug Täter in die Flucht: Fünf Jahre Haft für versuchten schweren Raub
Foto: dpa

Am letzten Verhandlungstag beantragte die Verteidigung, das Gutachten zum Persönlichkeitsprofil des Angeklagten zurückzuweisen und die Gutachterin für befangen zu erklären Nach längerer Beratungspause lehnte das Gericht diesen Antrag als unbegründet ab.

Der Tathergang sei hinreichend aufgeklärt worden, so der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Danach habe der Angeklagte mit seinem Komplizen das Opfer aufgesucht, um die angebliche Geldforderung aus einem Drogengeschäft einzutreiben. Dabei hätten sie einen Elektroschocker mitgeführt und diesen im Verlauf einer Rangelei auch eingesetzt. Außerdem war beabsichtigt, das Opfer mit Kabelbinder und Panzerband zu fesseln. Da die damals 88-jährige Mutter des Opfers, die mit ihrem Sohn in einer Wohnung lebte, um Hilfe rufen konnte, flüchteten die Täter, wurden jedoch kurze Zeit später von der Polizei festgenommen. Auf ihrer Flucht entwendeten sie noch die Handtasche der alten Dame.

Für die Staatsanwaltschaft war mit dem Ablauf der Tat der vollendete gemeinschaftliche schwere Raub gegeben und beantragte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Die Verteidigung plädierte dagegen für eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Zur Begründung führte sie an, dass keine gefährlichen Waffen eingesetzt wurden und die Mitnahme der Handtasche nicht als geplanter Raub zu bewerten sei. Daher sei lediglich auf versuchten Raub zu erkennen und bei der Strafzumessung zu berücksichtigen.

In seinem Urteil befand die Strafkammer die Tat als versuchten schweren Raub. Bei der Strafzumessung berücksichtigte sie das umfangreiche einschlägige Vorstrafenregister des Angeklagten. Als strafmildernd wirkte sich sein schwieriger Lebenslauf aus, auch dass er zu allen Verhandlungstagen erschienen war.

Wegen akuter Fluchtgefahr beantragte der Staatsanwalt einen Haftbefehl, der noch im Gerichtssaal vollstreckt wurde.

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