Soziale Veränderungen
Familien stärken – Pro Trägervielfalt

Kreis Warendorf -

Nicht nur die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) beschäftigte jetzt Vertreter aus Politik und Kirche. Auch über die Flüchtlingssituation und den Entwurf des „Starke-Familien-Gesetzes“ wurde offen diskutiert.

Mittwoch, 13.02.2019, 09:00 Uhr
Aktuelle politische Themen diskutierten Vertreter der katholischen Kirche und des Kreisverbands der SPD, darunter auch (v.l.): Manuela Esper, Kreisdechant Peter Lenfers, Bernd Meiwes, Karsten Koch, Bundestagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender Bernhard Daldrup, Dechant Karl Kemper, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Definitor Andreas Rösner, Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, Kreisdekanatsgeschäftsführer Michael Spanke, Christiane Havers und Franz-Ludwig Blömker.
Aktuelle politische Themen diskutierten Vertreter der katholischen Kirche und des Kreisverbands der SPD, darunter auch (v.l.): Manuela Esper, Kreisdechant Peter Lenfers, Bernd Meiwes, Karsten Koch, Bundestagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender Bernhard Daldrup, Dechant Karl Kemper, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Definitor Andreas Rösner, Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, Kreisdekanatsgeschäftsführer Michael Spanke, Christiane Havers und Franz-Ludwig Blömker. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin

Die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) hat am 7. Februar Vertreter des Warendorfer Kreisverbandes der SPD um den Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup sowie Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und die Dechanten im Kreis beschäftigt. Bei ihrem regelmäßigen Austausch in der Landvolkshochschule Freckenhorst standen – neben Fragen rund um das KiBiz – auch die Situation der Flüchtlinge sowie das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf der Tagesordnung.

„Wir brauchen mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung und bessere Beschäftigungsbedingungen in den Kitas“, verdeutlichte die Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass. Mit Blick auf die Situation in den Kitas vor Ort befürchtet Dechant Karl Kemper lediglich ein weiteres „Überlebenspaket für die kommenden drei Jahre, ohne Form von Sicherheit“.

Weihbischof Zekorn ermutigte zu einem Erhalt der Vielfalt unterschiedlicher Kita-Anbieter. „Eine vielfältige Gesellschaft benötigt ein vielfältiges Angebot. Subsidiarität ist gerade in der frühen Bildung notwendig, weil dort die Einbindung der Familie besonders wichtig ist.“

Überwiegend positiv fiel der Austausch über die Situation der Flüchtlinge aus. „Die Integration sei vielerorts in vollem Gange, die Bereitschaft der Ehrenamtlichen nach wie vor hoch, berichtete Daldrup, „auch wenn es vor Ort nicht immer einfach ist“.

Belastend sei dagegen die Situation auf dem Mittelmeer, wo noch immer tausende Menschen auf ihrem Weg in die EU sterben. „Europa schaut zu, wie Menschen in Not ertrinken“, kritisierte Weihbischof Zekorn. Entschärft werden könne dies durch eine Kooperation der Staaten, die aufnahmebereit seien.

Diskutiert wurden auch die Gesetze, die Migranten aus Drittstaaten ermöglichen sollen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, um so langfristig Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern. Die Grundrichtung stimme zwar, sagte Weihbischof Zekorn, „es wird in der jetzigen Form seine Wirkung aber nicht entfalten“, prognostizierte er mit Blick auf die hohen Anforderungen der Gesetze.

„Wir finden für viele Berufe keine Arbeitskräfte und schieben dennoch Menschen ab, die wir eigentlich brauchen“, kritisierte Zekorn. Die SPD hatte sich besonders für eine Beschäftigungserlaubnis für geduldete Asylbewerber eingesetzt. „Das haben wir erreicht“, sagte Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup.

Anerkennung gab es seitens der Kirchenvertreter für den Entwurf des sogenannten „Starke-Familien-Gesetzes“. Es soll zur Bekämpfung von Kinderarmut beitragen – durch eine Erhöhung des Kinderzuschlags sowie Verbesserungen beim Bildungs- und Teilhabepaket. „Das ist ein wichtiger Schritt, um bedürftigen Kindern ein Existenzminimum zu garantieren“, sagte Weihbischof Zekorn.

Emotional debattiert wurde zudem die vor wenigen Tagen im Bundeskabinett beschlossene Reform des Paragraphen 219a, der das Werbeverbot für Abtreibungen zum Inhalt hat. Die SPD hatte sich zunächst für die Abschaffung des Paragraphen eingesetzt. „Ungewollt Schwangere finden in ländlichen Regionen wie im Kreis Warendorf oft nur schwer einen Arzt, der Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung durchführt“, kritisierte Landtagsabgeordnete Watermann-Krass.

„Es gehe nicht um Werbung für, sondern um fachliche Information über Schwangerschaftsabbrüche“, sagte Daldrup. Besonders diese Frauen in Notlagen bräuchten zugängliche, sachliche Informationen.

Aus Sicht der deutschen Bischöfe hätte es die Reform des Paragraphen 219a nicht gebraucht. „Eine gute Beratung von Frauen in Konfliktlagen ist zentraler Bestandteil des Schutzes ungeborenen Lebens“, betonte Kreisdechant Peter Lenfers.

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