Kriminalitätsbericht
Rund 1100 Straftaten weniger

Kreis Warendorf -

Der Kreis Warendorf ist der sicherste Kreis im Münsterland ­– das sagt die Kriminalitätsstatistik 2018. Sie wurde am Vormittag im Kreishaus vorgestellt. Im Vergleich zu 2017 gab es mehr als 1096 Straftaten weniger – insgesamt 12152. Trotzdem sollten die Menschen weiter aufmerksam sein, betont die Kreispolizei. Gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es wieder mehr Einbrüche oder Einbruchsversuche. Deswegen sollten Häuser und Wohnung gesichert und verdächtige Beobachtungen gemeldet werden.

Mittwoch, 13.02.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 17:40 Uhr
Kriminaloberrat Dirk Zeller (Leiter Direktion Kriminalität), Landrat Dr. Olaf Gericke und Polizeidirektorin Katja Kruse (Abteilungsleiterin Polizei) freuen sich über die aktuellen Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2018 im Kreis Warendorf.
Kriminaloberrat Dirk Zeller (Leiter Direktion Kriminalität), Landrat Dr. Olaf Gericke und Polizeidirektorin Katja Kruse (Abteilungsleiterin Polizei) freuen sich über die aktuellen Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2018 im Kreis Warendorf. Foto: Peter Sauer

„Die Bürger im Kreis leben sicher“, betonte Landrat Dr. Olaf Gericke am Mittwoch gleich zu Beginn der Pressekonferenz zur polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2018 in der Kreispolizeibehörde Warendorf und wurde konkret: „Wir haben einen deutlichen Rückgang von 1096 auf 12 152 Straftaten bei einer gestiegener Aufklärungsquote von 57,78 Prozent.“ Das sind deutlich mehr als die Hälfte aller im Kreis polizeilich bekannt gewordenen Straftaten. Zum Vergleich: in Münster liegt die Aufklärungsquote bei 47 Prozent, in ganz NRW bei 53,65 Prozent.

„Wir sind der sicherste Kreis im Münsterland und stehen auf Platz 5 von insgesamt 47 Polizeibehörden in NRW“, freut sich Gericke.

Im Kreis bleibt Ahlen die Stadt mit der größten Kriminalitätsbelastung, dicht gefolgt von Warendorf, Beckum und Oelde. Die geringste Belastung gibt es nicht mehr, wie bisher, in Wadersloh, sondern in der Gemeinde Everswinkel.

„Die Zahl der Wohnungseinbrüche, das Sorgenkind der letzten Jahre, geht zurück“, freut sich Polizeichef Dr. Gericke. Das liegt auch an modernen Ermittlungsmethoden, etwa durch DNA-Spurenabgleiche. So war zum Beispiel die Ermittlung eines Serientäters erfolgreich, der gleich 250 Autos aufbrach. Auch habe es sich bewährt, dass die Kreispolizei zahlreiche Kräfte aus der Verkehrsüberwachung in die Objektüberwachung verlagert habe, so der Landrat.

Zudem würden sich die Bürger besser schützen, zum Beispiel durch Prävention, Alarmsysteme und nicht zuletzt durch wachsame Nachbarn. So gibt es mit 237 Einbrüchen die geringste Anzahl in den vergangenen zehn Jahren. Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der Versuche. „Wir haben auch in der Nachbarschaft von Häusern, in denen eingebrochen wurde, Spuren von Aufbruchsversuchen festgestellt“, erläuterte der Landrat. Am meisten eingebrochen wurde letztes Jahr in Ahlen (54 mal), Oelde (45) und Beckum (36). „Das liegt auch an den guten Verkehrsverbindungen“, ergänzte Kriminaloberrat Dirk Zeller und der Landrat betonte: „Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche hat weiterhin höchste Priorität.“ Auch wegen der psychischen Folgen bei den Opfern und weil es bereits in den ersten Wochen dieses Jahres wieder einen leichter Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen gibt. Gericke bilanzierte: „Die Gefahr ist erkannt, aber noch nicht gebannt“.

Weiterhin den größten Anteil an allen Straftaten haben die Diebstahlsdelikte mit 41 Prozent. Von den 4714 Fällen (724 weniger als im Vorjahr) war rund jeder vierte Fall ein Fahrraddiebstahl (1445 Fälle).

Kriminaloberrat Dirk Zeller

Kriminaloberrat Dirk Zeller. Foto: Peter Sauer

Bei den Gewaltdelikten machen Polizeichef Dr. Gericke vor allem jene unberechenbaren Fälle Sorgen, bei denen es jeden treffen könnte: „Der Wurf eines 28 Kilogramm schweren Bakenfußes von einer Brücke in Wadersloh auf die B58 ist so ein Fall. Der Täter nahm wahllos Opfer in Kauf.“ Zum Glück wurde ein 55-jähriger Autofahrer nur leicht verletzt.

Auch erfreulich: Die Rauschgiftdelikte gingen um 32 auf 917 Fälle zurück, was die Polizei mit bewusst offenen Kontrollen und mit einer verstärkten Fortbildung des Wachdienstes zum Erkennen des Drogenkonsums erklärt.

Polizeidirektorin Katja Kruse und Kriminaloberrat Dirk Zeller berichteten darüber, dass es 166 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab, eine Zunahme um 14 Fälle. Das liege zum einen daran, dass sexuelle Belästigung mit körperlicher Berührung seit Ende 2016 strafbar ist – durch das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung. „Aber die Bürger sind auch mehr sensibilisiert“, sagte Katja Kruse, „vor allem durch die MeToo-Debatte“.

Polizeidirektorin Katja Kruse

Polizeidirektorin Katja Kruse. Foto: Peter Sauer

Auch wenn die Betrugsdelikte um 154 auf 1400 Fälle zurückgingen: was der Polizei richtig Sorgen bereitet sind die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wie Enkeltrick am Telefon und das vermehrte Auftreten von falschen Polizisten, deren Fälle auch im Kreis deutlich zunehmen. „Hier werden die Schwächsten der Gesellschaft betrogen“, sagt Zeller, „die psychischen Folgebelastungen sind sehr hoch“.

Die Betrüger riefen meist aus dem Ausland an. Aber wie kommen diese an die Telefonnummern älterer Menschen? „Sie durchforsten Telefonbücher nach alt wirkenden Namen, wie Anton oder Josef“, erläuterte Kriminaloberrat Dirk Zeller. „Die Verbrecher sind kommunikativ sehr geschult, um am Telefon überzeugend zu wirken.“

Beim Aufgeben von Todesanzeigen rät Zeller: „Geben sie niemals die Traueranschrift an, auch weil Traueranzeigen im Internet abrufbar sind.“ Eine Anschrift lade Einbrecher dazu ein während der Beerdigung das leere Haus auszuräumen.“

WICHTIG: Bei 110er-Anrufern und Geldaufforderung sofort Polizei anrufen!

Die Kreispolizei Warendorf warnt Senioren eindringlich vor Betrugsversuchen durch das Auftreten falscher Polizeibeamter mit gefälschten 110-er-Telefonnummern oder anderen Betrugsversuchen, à la „Enkeltrick“, am Telefon.

Die Fälle häufen sich, bei denen Senioren am Telefon oder später an der Haustür nicht nur um ihr Erspartes gebracht werden. So ist zum Beispiel eine Legende im Umlauf, nach der die Geldanlage bei der Bank nicht mehr sicher sei, weil das echte Geld von einem skrupellosen Bankmitarbeiter gegen Falschgeld getauscht worden wäre. Zur Bekräftigung musste Anfang Februar eine Seniorin aus dem Kreis Geldscheinnummern nach Abholung einem falschen Polizeikommissar am Telefon vorlesen. Ihr Vermögen übergab sie zur vermeintlich „sicheren Aufbewahrung“ an einen Kurier. Besonders perfide: Am nächsten Tag folgte ein erneuter Anruf des falschen Polizisten, dass das Geld nun sicher sei.

Kriminaloberrat Dirk Zeller stellt klar: „Die Polizei redet am Telefon nie über Geld und Wertsachen.“ Er rät dazu bei solchen Anrufen sofort aufzulegen oder auf einen späteren Rückruf zu verweisen, weil man gerade Besuch habe, zum Beispiel, und dann sofort die Polizei zu rufen.

Wenn vermeintliche Polizisten vor der Tür stehen würden, sollte man sich unbedingt die Ausweise zeigen lassen. Hinweise über verdächtige Anrufe und Besuche an der Haustür nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. „Rufen sie im Zweifelsfall immer die 110 an!“

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