Diskussion über den Kreis als neuen Bauträger
Mehr Boden in kommunale Hand

Kreis Warendorf -

Die Mieten steigen, die Wohnungslosigkeit nimmt zu. In dieser Situation hat jetzt die Fraktion der Linken im Kreistag gefordert, dass der Kreis Warendorf selbst Bauträger werden soll. Eher skeptisch sehen das die beiden Bundestagsabgeordneten im Kreis Warendorf.

Donnerstag, 04.07.2019, 06:02 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 06:10 Uhr
Die öffentliche Hand soll wieder mehr Einfluss auf den Wohnungsbau nehmen. Darin sind sich die beiden Bundestagsabgeordneten im Kreis Warendorf einig. Ob der Kreis deswegen selbst Bauträger werden soll – wie die Linken es fordern – ist umstritten.
Die öffentliche Hand soll wieder mehr Einfluss auf den Wohnungsbau nehmen. Darin sind sich die beiden Bundestagsabgeordneten im Kreis Warendorf einig. Ob der Kreis deswegen selbst Bauträger werden soll – wie die Linken es fordern – ist umstritten. Foto: Dietmar Jeschke

Doch sowohl für Reinhold Sendker ( CDU ) als auch für Bernhard Daldrup ( SPD ) ist klar, dass wieder mehr Boden in kommunale Hand gehört.

Daldrup, der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen ist, betont, dass es auf zwei Punkte ankomme: „1. Die Kommunen müssen wieder eine längerfristige Bodenvorratspolitik betreiben, damit sie beispielsweise auch Tauschflächen zur Verfügung haben. 2. Die Kommunen müssen auch selbst wieder mehr bauen und den Markt nicht der Privatwirtschaft überlassen.“

Die Kommunen müssen auch selbst wieder mehr bauen.

Bernhard Daldrup

Zurückhaltend reagiert Daldrup auf die Forderung der Linken, dass der Kreis selbst als Bauträger aktiv werden soll. „Wohnungsbaugesellschaften gehören in die Hände der Kommunen“, meint Daldrup. Sollte der Kreis Warendorf hier einsteigen, sei das typische Gerangel zwischen den Kommunen vorprogrammiert, die genau verfolgen würden, wo die Gesellschaft des Kreises aktiv werde und wo nicht.

Reinhold Sendker (CDU) verweist auf gute Erfahrungen mit der Wohnungsbaugesellschaft in Ennigerloh. Auch er betont: „Die Steuerung des Wohnungsmarktes gehört eher in die Hände der Kommunen als des Kreises.“ Vor allem mit Blick auf soziale Brennpunkte hätten die Kommunen dann mehr Steuerungsmöglichkeiten, ist sich Sendker sicher.

Die Steuerung des Marktes gehört eher in die Hände der Kommunen als des Kreises.

Reinhold Sendker

Konkrete Zahlen über Mietpreissteigerungen konnte die Kreisverwaltung nicht nennen. Valide Daten lägen nur für die Stadt Warendorf vor, so Kreissprecher Thomas Fromme. Dennoch sei die Aussage richtig, dass die Mieten in allen Städten und Gemeinden des Kreises nach oben gingen. Eine Wohnungsbaugesellschaft in Trägerschaft des Kreises sei „grundsätzlich eine interessante Option“, so Fromme. Sie könnte aber nur in enger Abstimmung mit den Kommunen umgesetzt werden.

Grundsätzlich eine interessante Option für den Kreis.

Thomas Fromme (Kreissprecher)

Derzeit gibt es lediglich vier (mehr oder weniger) kommunale Wohnungsgesellschaften im Kreis Warendorf. Das sind: Ennigerloh (100% Anteil an der Städtischen Baugesellschaft), Beckum (66,63% Anteil an der Beckumer Wohnungsgesellschaft), Oelde: (31% am Bauverein Oelde) und Warendorf: (9,77% an der Wohnungsbaugenossenschaft Warendorf).

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