Zuschuss des Landschaftsverbands
Knappe Million für das Evangeliar

Kreis warendorf -

Zur angemessenen Präsentation einer der ältesten Handschriften Westfalens will der Landschaftsverband viel Geld beisteuern. Es fließt in Ausstellung und Barrierefreiheit des Museums Abtei Liesborn.

Montag, 15.07.2019, 16:50 Uhr
Das Liesborner Evangeliar.
Das Liesborner Evangeliar. Foto: dpa

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will den Kreis Warendorf mit knapp einer Million Euro dabei unterstützen, das Museum Abtei Liesborn umzugestalten. Im Mittelpunkt steht dabei das 2017 angekaufte Liesborner Evangeliar (um 980 entstanden), das dann unter den konservatorisch nötigen Ausstellungsbedingungen an seinem ursprünglichen Bestimmungsort gezeigt werden kann. Der LWL-Landschaftsausschuss hat am Freitag in Münster beschlossen, in diesem Jahr 100 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Restförderung soll in den kommenden Jahren fließen.

„Das Liesborner Evangeliar, das der ottonischen Buchmalerei zuzurechnen ist, hat als eine der ältesten Handschriften Westfalens eine herausragende Bedeutung“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Es ist nicht nur für den regionalen Kulturraum mit seiner reichen Klosterlandschaft wichtig, sondern auch für die deutsche Kunst- und Kulturgeschichte. Deshalb muss das Evangeliar entsprechend präsentiert werden.“

Es ist nicht nur für den regionalen Kulturraum mit seiner reichen Klosterlandschaft wichtig.

Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger

Das Museum will die Handschrift künftig in einem sakral anmutenden, zweigeschossigen Raum als wichtigstes zeremonielles Objekt und Zeitzeuge der Abteigeschichte zeigen. Dabei wird es aufgeschlagen vor goldenem Hintergrund in einer Klimavitrine liegen.

Neben dem Evangeliarraum soll es zwei weitere Ausstellungsräume geben: Der „Prolograum“ thematisiert die wirtschaftliche und kulturgeschichtliche Bedeutung der Abtei für die Region. Im „Umgang“ um den zentralen Raum vermitteln Stationen die kulturgeschichtliche Bedeutung und die Geschichte des Evangeliars. Neben der Christianisierung Westfalens und Karl dem Großen als Gründer der Abtei Liesborn geht es darum, wie das Evangeliar entstanden ist, wie es nach Liesborn kam, wie es neue Besitzer fand, was mit ihm während der Säkularisierung geschah und wie es schließlich als Kunstobjekt durch viele Länder reiste, bevor es nach Liesborn zurückkehrte.

Es entstand um 980

Der Kreis Warendorf will die Umgestaltung des Museums auch dazu nutzen, es barrierefrei zugänglich zu machen. Zu dem Inklusionskonzept gehört nicht nur, dass es künftig nur noch einen Weg und einen Eingang für Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen gibt. Außerdem sollen alle Inhalte mindestens über zwei Sinne erfahrbar sein, und alle Informationen sollen möglichst einfach und verständlich sein. Daneben ist geplant, das Museum neue Räume für die Museumspädagogik bekommen. In einer späteren zweiten Projektphase will das Museum seine Kreuzsammlung neu inszenieren und die Abteigeschichte ausführlicher darstellen.

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