edo competition – Der Traum vom Unternehmen
Meister automobiler Emotionen

Ahlen -

Der leuchtend-rote Ferrari zieht den Blick gleich beim Betreten der Werkstatt auf sich. „Ein Gebrauchtwagen“, wird Edo Karabegovic später lässig sagen. Aber was für einer.

Donnerstag, 12.09.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 14:42 Uhr
Der Porsche ist auf dem Sprung zurück in seine tunesische Heimat. In den vergangenen Wochen erhielt er in der Ahlener Werkstatt unter anderem die markante Kontrastfarbe gelb, erklärt Edo Karabegovic.
Der Porsche ist auf dem Sprung zurück in seine tunesische Heimat. In den vergangenen Wochen erhielt er in der Ahlener Werkstatt unter anderem die markante Kontrastfarbe gelb, erklärt Edo Karabegovic. Foto: Ulrike von Brevern

Die Flanken weit nach außen gewölbt, das Dach komplett abnehmbar – so etwas gibt es kein zweites Mal. Vor Jahren in Ahlen umgebaut, ist er nun bereits erneut verkauft. Nach Amerika – „ohne, dass der Kunde ihn einmal gesehen hat“, wirft Edo ein.

Mit Traumwagen kennt sich Edo Karabegovic aus. Seit 19 Jahren tunt er exklusive Sportwagen in eigener Werkstatt. „edo competition“ hatte es nicht schwer, sich in der Szene einen Namen zu machen. Schließlich hat sich „Edo“, der seinen Vornamen wie einen Markennamen trägt, nicht nur als Mechaniker auf internationalen Rennstrecken einen Namen gemacht, sondern hatte auch als Werkstattchef bei einer internationalen Top-Adresse für den Handel mit Supersportwagen die autoverrückte Straßenklientel hautnah kennengelernt.

Es macht Spaß, wenn Sie genau das machen können, was der Kunde will. Bloß keine Massenware.

Edo Karabegovic

„Unabhängigkeit“ nennt er als eine wesentliche Motivation für sein „Traum-Unternehmen“, aber auch Familiensinn. Denn die Tuning-Werkstatt war erst zweite Wahl. Motorsport, das war seine erste große berufliche Berufung, nachdem er die Lehre zum Automechaniker nur unter sanftem Druck begonnen hatte. „Mein Chef hat mich im zweiten Lehrjahr zum Formel-1-Rennen in Monza mitgenommen. Das hat mich angefixt“, erinnert er sich. Mehrere Jahre war er Renn-Mechaniker in einem Porsche-Team. „Da habe ich die ganze Welt gesehen“, sagt Karabegovics sich noch heute mit glänzenden Augen.

Ein echter Eye-Catcher: Der ursprünglich von den Ahlener getunte Ferrari steht schon zum zweiten Mal bei edo competition und ist schon wieder verkauft.

Ein echter Eye-Catcher: Der ursprünglich von den Ahlener getunte Ferrari steht schon zum zweiten Mal bei edo competition und ist schon wieder verkauft.

Ein eigenes Rennteam war ein Denkspiel, aber dann waren da ja noch Frau und Kind. „Ein Rennauto ist immer unplanbar“, – und er wollte schließlich Zeit mit der Familie haben. Darum gründete er im Jahr 2000 mit 28 Jahren seine Werkstatt. Besitzer von teuren und superteuren Sportwagen geben sich seither die Klinke in die Hand, um ihre Fahrzeuge innen, außen und technisch individualisieren zu lassen. Aber nicht mehr nur die.

„Immer ein bisschen schneller, immer versuchen, Erster zu sein, das hat mich die ganzen Jahre angetrieben“, sagt Edo. Aber auch: „Es macht Spaß, wenn Sie genau das machen können, was der Kunde will. Bloß keine Massenware!“ Dieser Teil ist es, der Edo Karabegovics Werkstatt auch über veränderte Marktbedingungen hinweg trägt. Der Tuning-Markt ist eng geworden, erzählt er. Sportwagen-Hersteller individualisierten selber viel mehr, zudem habe sich auch hier das Leasing durchgesetzt. Ein Aus für teure Umbauten. Zuletzt ließ das Russland-Ukraine-Embargo einen Millionen-Umsatz pro Jahr auf einen Schlag wegbrechen.

Weltweit rund 2000 Liebhaber extravaganter Sportwagen mit sehr gut gefüllten Brieftaschen und individuellen Gestaltungsträumen zählt edo competition auch weiter zu seinen Kunden. Doch immer häufiger stehen auch historische Sportwagen in der Werkstatt in der alten Ahlener Zeche. Auch Oldtimer-Besitzer wünschen das Einmalige, das genau ihren Vorstellungen entspricht. Und auch wenn die Geschwindigkeit nicht an die der getunten Straßenboliden heranreicht, die Leidenschaft der Besitzer kann sich allemal messen.

Die Emotion rund ums Auto ist die Basis von Karabegovics Unternehmen, das er im Laufe der Zeit auf verschiedene Standbeine gestellt hat. „Heute mach ich alles“, sagt er und erzählt von dem Status, den er bei Autoenthusiasten verschiedener Couleur eben habe: „Wenn du es unbedingt willst, musst du zum Edo gehen.“

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