Radeln ohne Alter
Mit E-Rikschas wieder mobil

Ennigerloh -

„Jeder hat das Recht auf Wind in den Haaren“ lautet das Motto des Projekts „Radeln ohne Alter“. Wind in die Haare sollen auch Senioren in den Kommunen der 8Plus-Region im Kreis Warendorf bekommen, die nicht mehr so mobil sind, um sich draußen im Alltag gut bewegen zu können. E-Rikschas mit ehrenamtlichen Piloten sollen sie chauffieren.

Donnerstag, 17.10.2019, 06:02 Uhr
Vertreter der Kommunen und Senioreneinrichtungen aus den Orten der 8-Plus-Region im Kreis Warendorf informierten sich bei den Initiatorinnen des Projekts „Radeln ohne Alter“ aus Bonn.
Vertreter der Kommunen und Senioreneinrichtungen aus den Orten der 8-Plus-Region im Kreis Warendorf informierten sich bei den Initiatorinnen des Projekts „Radeln ohne Alter“ aus Bonn. Foto: Ralf Steinhorst

Die Idee entstand in Dänemark, die Bonnerinnen Caroline Kuhl und Natalie Chirchietti haben sie mit der Gründung des Vereins „Radeln ohne Alter“ für ihre Heimatstadt übernommen. Inzwischen haben sich deutschlandweit 50 weitere Vereine gebildet. „Wir haben bundesweit weitere Anfragen“, verdeutlicht Caroline Kuhl, wie das Projekt Kreise zieht.

Die Kommunen in der 8-Plus Region wurden ebenfalls neugierig und haben die beiden Gründerinnen am Mittwochvormittag ins Rathaus Ennigerloh eingeladen, um das Projekt vorzustellen. Im Gepäck hatten sie eine E-Rikscha, um es auch praxisgerecht präsentieren zu können. Zurzeit gründen sie auch den „Radeln ohne Alter“-Dachverband.

Auf der Rikscha sitzt man wie auf einem Thron, das kommt bei den Senioren gut an.

Caroline Kuhl

„Senioren werden so wieder Teil der Gesellschaft“, formulierte Caroline Kuhl den einfachen Gedanken hinter dem Projekt. Denn viele Senioren trauten sich mit ihren Rollatoren oder Rollstühlen nicht mehr nach draußen. „Auf der Rikscha sitzt man dagegen wie auf einem Thron, das kommt gut an“, hat die Bonnerin Erfahrungen gemacht, die anstecken. Der Nebeneffekt ist, dass die ehrenamtlichen Fahrer, Piloten genannt, und Senioren zusammengebracht werden. Dazu gehört die Philosophie, dass die Fahrten für die Passagiere kostenlos sein müssen.

Erster Schritt der Projektumsetzung ist, eine Struktur der Trägerschaft zu finden. Träger kann eine Senioreneinrichtung oder ein Verein sein. Für die ersten Schritte bietet der Bonner Verein drei Starterpakete an, eins davon beinhaltet die Ausbildung der Fahrer in Technik und Personenumgang. So wird erst eine kleine Gruppe ausgebildet, die „Kapitäne“, die dann später als Multiplikatoren ihr Wissen an die „Piloten“ weitergeben.

Caroline Kuhl und Natalie Chirchietti haben deutschlandweit den ersten Verein gegründet und wollen das Projekt nun auch bundesweit verbreiten.

Caroline Kuhl und Natalie Chirchietti haben deutschlandweit den ersten Verein gegründet und wollen das Projekt nun auch bundesweit verbreiten.

„Einzelne Einrichtungen in Ennigerloh wollen mitmachen“, hatte die Inklusionsbeauftragte Marion Schmelter schon vorab abgefragt. In den anderen Kommunen im Kreis muss jetzt noch das Interesse erkundet werden. Im November wird mit allen Interessierten der nächste Termin fixiert. „Mein Ziel ist, das Projekt im Februar 2020 zu beschließen“, hat sich die 8Plus Regionalmanagerin Jana Uphoff vorgenommen.

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