Kontroverse Diskussion um Förderschulen
Ein Weg für extreme Fälle

Kreis Warendorf -

Mächtig Gegenwind schlug Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier auf der Jahreshauptversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Kreis Warendorf entgegen, als sie über den gegenwärtigen Stand der Förderschullandschaft im Kreis referierte. Besonders die geplante Förderung von Kindern mit emotional-sozialen Schwierigkeiten stellte viele Pädagogen nicht zufrieden.

Dienstag, 26.11.2019, 06:01 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 16:21 Uhr
Der neue alte Vorstand der GEW: Katrin Lanzerath (Leitungsteam), Peter Kumpf (Beisitzer), Ralf Kerstgens und Karin Wamba (Kasse), Reinhild Eick (Beisitzer), Ingrid Meyer zu Hörste (Öffentlichkeitsarbeit), Claudia Meyer (Leitungsteam) Aurelia Hernaiz (Schriftführung), Bettina Hagen und André Rudolph (Beisitzer) sowie Hedwig Brüggenkamp (Schriftführung).
Der neue alte Vorstand der GEW: Katrin Lanzerath (Leitungsteam), Peter Kumpf (Beisitzer), Ralf Kerstgens und Karin Wamba (Kasse), Reinhild Eick (Beisitzer), Ingrid Meyer zu Hörste (Öffentlichkeitsarbeit), Claudia Meyer (Leitungsteam) Aurelia Hernaiz (Schriftführung), Bettina Hagen und André Rudolph (Beisitzer) sowie Hedwig Brüggenkamp (Schriftführung). Foto: Úlrike von Brevern

Für Kinder mit diesem Förderbedarf ist das innovative Modell eines schulischen Lernorts, mit je einem Standort in Ahlen und Warendorf im Aufbau. Die Schule, die maximal 20 Schüler betreuen soll, sei noch weitgehend einzigartig in Nordrhein-Westfalen, stellte Klausmeier heraus. Sie werde als „Schule ohne Schüler“ geführt: Zwar werden Kinder und Jugendlichen dort intensivpädagogisch gefördert und möglichst weitgehend beschult, die schulische Verantwortung liege aber weiter bei der Stammschule. Das neu geschaffene „Multiprofessionelle mobile Team“ (MMT) – bestehend aus Sonderpädagogen, Psychologen und Sozialarbeitern – soll Schulen im Umgang mit betroffenen Kindern beraten und Schüler für den Lernort auswählen. Es wird bereits Anfang Dezember seine Arbeit aufnehmen.

Das neue Konzept ist immerhin mehr als wir jetzt haben.

Claudia Meyer

Kritische Lehrer sahen die geringe Schülerzahl, die kurze geplante Verweildauer und den hohen Kooperationsanspruch, den der Lernort an die Klassenlehrer der Stammschule stellt, sehr skeptisch. Ihre Arbeitsbelastung werde dadurch weiter steigen, das müsse im Stundenbudget berücksichtigt werden. Sozialarbeiter und Sonderpädagogen begrüßten hingegen zum Teil, dass für extreme Fälle überhaupt ein Weg gefunden sei. Schließlich gälten die betroffenen Schüler zunächst als Regelschüler. Mehr als einmal bat Klausmeier, abzuwarten und dem Konzept, insbesondere auch dem neuen MMT, eine Chance zu geben. „Das ist immerhin mehr als wir jetzt haben“, hielt Kreisverbandsvorsitzende Claudia Meyer fest.

Vor der Förderschuldiskussion hatte der Kreisverband seinen Vorstand neu bestimmt. Dabei blieb die Verteilung der Posten gleich, einzig Christiane Heuser, die bislang als Schulsozialarbeiterin im Vorstand vertreten war, schied auf eigenen Wunsch ersatzlos aus.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7089144?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F
Stadt lässt erneut Grundstück von Kinderhauser Müllsammler räumen
Mann in Gewahrsam genommen: Stadt lässt erneut Grundstück von Kinderhauser Müllsammler räumen
Nachrichten-Ticker