Kreis investiert in Sicherheitsmaßnahmen
Für Katastrophenfall gerüstet

Kreis Warendorf -

Der Kreis Warendorf lässt sich dem Schutz seiner Bürger viel kosten. Mehr als 300 000 Euro sollen im nächsten Jahr in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden.

Mittwoch, 11.12.2019, 15:15 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 15:18 Uhr
Auch bei widrigen Bedingungen einsatzfähig ist der Katastrophenschutz mit diesem Quad. Das demonstrierten (v. l.) Ordnungsdezernentin Petra Schreier, Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann, Brandoberinspektor Christian Erpenbeck und Landrat Dr. Olaf Gericke.
Auch bei widrigen Bedingungen einsatzfähig ist der Katastrophenschutz mit diesem Quad. Das demonstrierten (v. l.) Ordnungsdezernentin Petra Schreier, Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann, Brandoberinspektor Christian Erpenbeck und Landrat Dr. Olaf Gericke. Foto: Kreis Warendorf

Dazu zählt neben der technischen Ausrüstung auch die Vorbereitung auf den Katastrophenfall.

So fand im November eine Großübung in Drensteinfurt statt. Dort wurde der Einsatz bei einem möglichen längerfristigen Stromausfall trainiert – der so genannte Blackout ist die wahrscheinlichste Bedrohung. Etwa 200 Einsatzkräfte von DRK , Malteser-Hilfsdienst und Freiwilliger Feuerwehr richteten einen Betreuungsplatz in einer Schule ein, der Platz für bis zu 500 Bürger bot.

Es ist wichtig, diese Abläufe zu üben. Denn im Ernstfall muss schließlich jeder Handgriff sitzen.

Petra Schreier

Ferner entstand in der Dreingau-Halle eine Notunterkunft mit Feldbetten. Ebenfalls wurden Registrierungsstellen aufgebaut. „Es ist wichtig, diese Abläufe zu üben. Denn im Ernstfall muss schließlich jeder Handgriff sitzen“, sagte Petra Schreier, Ordnungsdezernentin und Leiterin des Krisenstabes des Kreises.

Derzeit werden im Kreis 3000 solcher Notunterkünfte vorgehalten, die den Bürgern im Katastrophenfall zur Verfügung stehen. Die Zahl dieser Notunterkünfte soll aber auf 12 000 steigen. Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann machte im Kreisausschuss deutlich, dass weitere Schutzmaßnahmen erfolgen müssen – etwa die Beschaffung von ausreichend Jodtabletten, um beispielsweise auf einen möglichen Störfall im nahe gelegenen Kernkraftwerk Lingen vorbereitet zu sein.

Durch die Anschaffung eines Quads ist der Katastrophenschutz bereits jetzt in unwegsamem Gelände oder auf Bahnanlagen einsatzfähig. „Wir können damit Hilfskräfte oder Geräte zu schwer erreichbaren Einsatzstellen bringen oder im Katastrophenfall Lage-Erkundungen durchführen“, erläuterte Gottmann.

Rund 245 000 Euro fließen im nächsten Jahr außerdem in die Anschaffung einer mobilen Datenanlage beim Rettungsdienst. Diese Technik soll dazu führen, dass etwa Schlaganfälle und Herzinfarkte deutlich schneller behandelt werden können.

Zum Sicherheitskonzept des Kreises zählt natürlich auch die neue Leitstelle in Warendorf. Mehr als sechs Millionen Euro wurden in den Bau investiert, der im Herbst fertig sein soll.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen sei aber auch die Bevölkerung selbst aufgerufen, Vorsorge für den Notfall zu treffen – etwa indem man Lebensmittelvorräte einlagert und Transistor-Radios beschafft. Letztere würden zur Kommunikation benötigt, so der Kreisbrandmeister, falls im Katastrophenfall auch die Mobilfunknetze zusammenbrechen sollten.

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