Wohnprojekt der WiGe eG geht in Detailplanung
Kinderlachen und Vogelgezwitscher

Warendorf -

Architekten-Wechsel, Verfeinerung der Planungsphase und geplanter Baustart Anfang 2021: Das kreisweit erste Mehrgenerationen-Wohnprojekt der Warendorfer WiGe macht Fortschritte.

Freitag, 19.06.2020, 12:50 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 13:22 Uhr
U-förmig, mit viel Grün und Gemeinschaftsflächen präsentiert sich das WiGe-Quartier. Rundes Foto: Der Austausch kann in Corona-Zeiten leider nur digital stattfinden.
U-förmig, mit viel Grün und Gemeinschaftsflächen präsentiert sich das WiGe-Quartier. Rundes Foto: Der Austausch kann in Corona-Zeiten leider nur digital stattfinden. Foto: WiGe

Das erste Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Warendorf steckt mitten in der Planungsphase. Dabei gelang es dem Architekten, Gemeinschaft und Privatsphäre in Einklang zu bringen. Anfang 2021 soll mit dem Bau im Neubaugebiet „In de Brinke“ begonnen werden, bis dahin sind noch Wohnungen zu vergeben.

Die 31 Mitglieder der WiGe eG erscheinen seit ein paar Wochen nur noch auf dem Bildschirm von Vorstandsmitglied Gregor Rösler . In der Coronakrise musste die Genossenschaft ihre Treffen per Videokonferenz abhalten. „Dabei haben sich die Mitglieder gegenseitig unterstützt. Vor allem die jüngere Generation hat den Älteren beim Einrichten von neuen Tablets und Installieren der Software geholfen“, berichtet Gregor Rösler.

Bisher 31 Genossenschafts-Mitglieder

Zwar klappe der Austausch in digitaler Form gut, dennoch fehle der persönliche Kontakt. „Im Mai wollten wir eigentlich ein Fest auf unserem erschlossenen Grundstück feiern“, so Rösler. Anlass dazu war die Eintragung in das Genossenschaftsregister.

Ebenfalls mussten die geplanten Infoveranstaltungen, die auf Märkten und Festen der näheren Umgebung stattfinden sollten, abgesagt werden. Doch auch dafür hat die Genossenschaft eine Lösung gefunden. „Mit unseren Interessenten machen wir nun Zoom-Meetings. Bei diesen digitalen Treffen stellen wir unser Projekt in einer kleinen Präsentation vor. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Mitgliedern der WiGe eG in den Austausch zu treten. Das ist zwar nicht das Gleiche wie ein persönliches Gespräch, aber zurzeit für uns die beste Lösung, um Außenstehende über unser Projekt zu informieren.“

Denn die Treffen der

 

 

 

 

 

 

baldigen Bewohner des Projekts sind momentan wichtiger denn je. Seit Anfang des Jahres plant ein neuer Architekt – das Büro SCHMIDTPlanung – gemeinsam mit den Mitgliedern die Umsetzung des Wohnprojekts. Bereits seit 2006 begleiten Inhaber Hans Schmidt-Domogalla und sein Team aus Dorsten gemeinschaftliche Wohnprojekte.

Mit unseren Interessenten machen wir nun Zoom-Meetings.

Vorstandsmitglied Gregor Rösler

Ein gelungenes Gleichgewicht zwischen Gemeinschaft und Privatsphäre steht dabei im Vordergrund: Die fünf Häuser des rund 4300 Quadratmeter großen Grundstück werden U-förmig errichtet. Die einzelnen Wohnungen werden über Laubengänge erschlossen, die Platz für Begegnungen schaffen und die Kommunikation fördern. Die Privatsphäre wird durch wohnungseigene Terrassen oder Balkone gewährleistet.

Von den Häusern eingeschlossen, entsteht eine grüne Oase, die zur gemeinschaftlichen Nutzung zur

 

 

 

 

 

 

Verfügung steht und durch Kinderlachen und Vogelgezwitscher mit Leben gefüllt werden soll.

Die 29 Wohnungen in den Häusern sind zwischen 48 und 120 Quadratmeter groß. Damit bieten sie Platz für Menschen unterschiedlichster Lebensformen, von der alleinstehenden Person bis hin zur mehrköpfigen Familie. „Momentan haben wir sechs Familien in unserem Wohnprojekt. Die zehn Kinder sind zwischen einem und 16 Jahren alt“, erklärt Rösler. Damit hat die WiGe eG bereits jetzt 30 Prozent Familien in ihrem Wohnprojekt und ist besser aufgestellt als andere vergleichbare Projekte in Deutschland. „Dennoch freuen wir uns natürlich über weiteren jungen Zuwachs“, sagt Gregor Rösler mit einem Augenzwinkern.

Die zehn Kinder sind zwischen einem und 16 Jahren alt.

Gregor Rösler

Zur gemeinsamen Nutzung steht ein großer Gemeinschaftsraum von ungefähr 80 Quadratmetern mit integriertem Coworking-Space zur Verfügung. Außerdem entstehen eine gemeinschaftliche Werkstatt, ein Wasch- und Trockenraum, eine Gästewohnung, sowie ein großer Fahrradraum, der auch Platz für Rollatoren, Kinderwagen und andere Kleinfahrzeuge bietet.

Die Parkplätze wurden größtenteils im Erdgeschoss der Häuser untergebracht. So wird bereits versiegelte Fläche optimal genutzt und gleichzeitig überdachte Stellplätze für Autos geschaffen.

Parkplätze im Erdgeschoss der Häuser

Das Angebot zur Nutzung der Gemeinschaftsräume und die Möglichkeit zum Teilen von Gebrauchsgütern spart zudem Fläche und Ressourcen. Denn eine nachhaltige Bau- und Lebensweise ist den Bewohnern wichtig. Das Projekt wird sich auch durch einen hohen Energiestandard auszeichnen. Die notwendige Wärme für Heizung und Warmwasser kann in Kombination mit der im Baugebiet bereitgestellten „kalten Nahwärme“ CO2- und klimaneutral erzeugt werden. Zur Stromerzeugung wird eine Photovoltaikanlage installiert. Regenwasser wird gespeichert und dem Brauchwasserkreislauf zugeführt. Zudem wird über eine zusätzliche Begrünung der Dächer nachgedacht, um Insekten und Vögeln Lebensraum zu bieten und das Mikro­klima zu verbessern.

 

Bis zur Fertigstellung des Projekts Ende 2022 sind noch Wohnungen zu vergeben. Zudem freut sich die WiGe auch über Unterstützung in Form investierender Mitglieder. Interessenten können sich auf der Internetseite der Genossenschaft www.wige-warendorf.de informieren oder eine Email an mitmachen@wige-warendorf.de senden.

Die WiGe in Warendorf

Die WiGe eG realisiert das erste Mehrgenerationen-Wohnprojekt des Kreises Warendorf. In dem zukünftigen Quartier wollen die Bewohner ein nachhaltiges und respektvolles Miteinander schaffen. Das Leben zwischen mehreren Generationen möchten sie genießen und die damit verbundenen Anforderungen als Herausforderung zum lebenslangen Lernen verstehen.

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