Erlbad: Stadt zieht erste Corona-Bilanz
Vom Rekordjahr weit entfernt

Drensteinfurt -

Die Saison begann spät – und neigt sich nun schon wieder mit großen Schritten dem Ende entgegen. Immerhin: Trotz Corona-Einschränkungen passierten in dieser Saison bislang rund 30 000 Gäste die Erlbadkasse. In normalen Jahren sind es mehr als drei Mal so viel.

Donnerstag, 03.09.2020, 23:39 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 16:30 Uhr
Das strahlend blaue Erlbadwasser lockt in guten Jahren täglich bis zu 5000 Gäste. Daran war in den vergangenen Monaten coronabedingt allerdings nicht zu denken.
Das strahlend blaue Erlbadwasser lockt in guten Jahren täglich bis zu 5000 Gäste. Daran war in den vergangenen Monaten coronabedingt allerdings nicht zu denken. Foto: Dietmar Jeschke

Der Erlbad-Bericht, den Schwimmmeister Andreas Willuweit ein Mal pro Jahr im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur vorstellt, bezieht sich immer auf das Vorjahr. „Aber das wird Sie dieses Mal eher weniger interessieren“, mutmaßte er zu Beginn seiner Ausführungen. Dass 2019 insgesamt 102 236 Menschen den Weg ins Drensteinfurter Freibad gefunden hatten, ist zwar ein im Vergleich mit anderen Bädern erfreulich hoher Wert – doch „von solchen Top-Besucherzahlen werden wir uns vorerst verabschieden müssen“, blickte Willuweit nicht nur auf die aktuelle Saison, sondern auch schon in die nähere Zukunft. „5000 Menschen werden wir so schnell nicht wieder gleichzeitig im Bad haben“, zog er einen Wert aus dem Rekordjahr 2018 heran.

Schuld ist Corona. Das Erlbad konnte 2020 deutlich später öffnen als gewohnt und darf seitdem auch nur 500 Menschen gleichzeitig Zutritt gewähren. Der Mai ging komplett verloren. Im Juni und Juli seien die Besucher ebenfalls eher verhalten gewesen. „Viele unserer Stammgäste sind bis jetzt noch nicht wieder da. Und ob die wiederkommen, muss man sehen“, so Willuweit. Im Juli seien 8400 Besucher gezählt worden. „Das ist so gut wie nichts“, erklärte der Schwimmmeister, der die schlechten Zahlen aber auch dem „miesen Wetter“ zuschreibt. Der August mit den zwei, drei heißen Wochen sei dann nämlich wieder vergleichsweise zufriedenstellend gewesen. Bislang haben rund 30 000 Gäste das Drehkreuz passiert.

Mit dem Hygienekonzept habe man ein gutes Maß zwischen Sicherheit und Spaß gefunden, so Andreas Willuweit. Die durchgehende Öffnung habe sich bewährt. Während andere Freibäder für die Zwischenreinigung schließen würden, passiere dies im Erlbad während des laufenden Betriebs. Häufiger habe es „massive Diskussionen“ bis hin zu „verbalen Ausfällen von Gästen gegenüber dem Personal“ gegeben, wenn es um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Eingangsbereich ging. „Aber das will ich jetzt nicht überbewerten“, hat der Schwimmmeister auch Verständnis, dass das Tragen der Maske bei 30 Grad im Schatten wohl niemandem Spaß macht. Schlangen vor dem Eingang habe es nur an einigen wenigen besonders heißen Tagen gegeben. „Aber das hier ist immer noch Drensteinfurt, da ist die Welt noch in Ordnung“, schmunzelte Willuweit.

Einzig das angekündigte Online-Buchungssystem sei „in die Hose gegangen“, fand Markus Wiewel (CDU) deutliche Worte. Fachbereichsleiter Gregor Stiefel erklärte: Die Stadt hatte sich diesbezüglich an einen namhaften Hersteller gewandt. „Das klang gut. Man hat uns viel versprochen, aber nichts fertiggestellt.“ Um etwa 14 Tage habe sich die Öffnung deswegen verzögert, so Bürgermeister Carsten Grawunder. Mit dem Unternehmen befinde man sich nun in einem Rechtsstreit. Denn bezahlen wolle die Stadt die nicht erbrachte Leistung keinesfalls, so Grawunder. „Ich denke da schon eher an Schadenersatz.“ Fürs nächste Jahr sei eine andere Lösung in Planung. Schwimmzeiten sollen dann über ein anderes, einfach zu bedienendes System gebucht werden können, bezahlt wird der Eintritt aber wie jetzt auch an der Erlbad-Kasse.

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