Erntekrone an Landrat übergeben
Schwieriges Jahr für Bauern

WARENDORF -

Bei der Übergabe der Erntekrone an Landrat Gericke wurde es durchaus auch agrarpolitisch: Das Image der Landwirtschaft bereitet Kreisverbandsvorsitzendem Herman-Josef Schulze Zumloh Kopfzerbrechen.

Freitag, 25.09.2020, 17:00 Uhr
Bei der Übergabe der Erntekrone an Landrat Dr. Olaf Gericke gab es aufgrund des aktuellen Images der Landwirtschaft unter anderem den Aufruf zu mehr Sachlichkeit in der Debatte.
Bei der Übergabe der Erntekrone an Landrat Dr. Olaf Gericke gab es aufgrund des aktuellen Images der Landwirtschaft unter anderem den Aufruf zu mehr Sachlichkeit in der Debatte. Foto: Peter Schniederjürgen

Deutlich über einen Zentner schwer und wirklich reif war der Weizen, aus dem die Landwirte im Kreis die Erntekrone für den Landrat gebunden haben. Sie wurde am Freitagmittag auf dem Hof von Heinrich und Gertrud Strotmeier in Einen an Dr. Olaf Gericke übergeben. „Wir blicken auf ein spannendes Jahr zurück“, sagte Hermann-Josef Schulze Zumloh, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Denn die Landwirte hatten so viel Gegenwind wie nie zuvor.

„Wir haben zum einen mit den Wetterkapriolen zu tun, aber das im Grunde recht gut unter Kontrolle“, so Schulze Zumloh.

Akzeptanz der Landwirte bereitet Schulze Zumloh Sorgen

Ihm bereite allerdings besonders die Akzeptanz seiner Kollegen in der Gesellschaft Sorgen. „Was wir dringend brauchen, ist eine sachliche und auch fachlich geführte Diskussion“, verlangte der Bauernchef.

Denn hier werde der Druck durch mangelnde Kenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten und falsch verstandene Nachrichten unangenehm hoch. „Dazu kommt für uns eine handfeste Einbuße durch Coronafolgen“, stellt Schulze Zumloh klar. Es habe, als nur ein Beispiel, einen deutlichen Rückgang in der Rindfleischnachfrage gegeben. „Eine Folge der geschlossenen Großküchen und Restaurants – dagegen stieg die Nachfrage bei Hack für Burger und Ähnliches“, präzisierte der Landwirt. Zusätzlich erschwere die Afrikanische Schweinepest den Bauern das Leben. So stecken immer mehr kleinere Betriebe auf. Schulze Zumloh: „Ich persönlich befürchte einen Rückgang um zehn Prozent.“

Wir müssen einsehen, wie abhängig wir von der Natur sind.

Landrat Dr. Olaf Gericke

Mal ein ganz anders Bild des Erntedankfestes malte Margret Möllmann, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes. „Wir wollen in diesem Jahr einmal weniger für die geernteten Lebensmittel danken“, ließ die Landfrauenchefin vernehmen. „In diesem Jahr soll unser Dank vor allem unserem freien, demokratischen und rechtsstaatlichem Leben gelten“, betonte sie. Das brachte ihr den Applaus der gesamten Runde ein.

Landrat Dr. Olaf Gericke lobte das Engagement der Landwirte für die Natur und ebenso die Zusammenarbeit mit seinen Behörden. „Wir müssen einsehen, wie abhängig wir von der Natur sind“, so der Landrat. Er bedauerte, dass die Landwirtschaft aktuell diesen Gegenwind hat, lobt aber auch gleichzeitig den Optimismus, mit dem sie an ihren überlebenswichtigen Aufgaben arbeite.

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