Verbandstag zum ersten Mal digital
Bauern erreichten den Einzelhandel

Kreis Warendorf -

Treckerkorsos von „Land schafft Verbindung“, unterirdische Schweinepreise, die Afrikanische Schweinepest – es gab reichlich aktuelle Themen beim Kreisverbandstag der Landwirte. Über 200 nahmen teil. Digital.

Montag, 01.02.2021, 18:13 Uhr
Kreisverbandsvorsitzenden Hermann-Josef Schulze-Zumloh (r.) im Gespräch mit WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.
Kreisverbandsvorsitzenden Hermann-Josef Schulze-Zumloh (r.) im Gespräch mit WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. Foto: Silke Monzlinger/WLV

Es war ein Novum in der Geschichte des WLV – aber kein Zufall, dass gerade der Landwirtschaftliche Kreisverband Warendorf dieses Neuland betrat: „Wo wir sind, ist vorne“, lachte Kreisvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh und eröffnete am obligatorischen letzten Freitag im Januar den Kreisverbandstag – digital.

Mit drei Technikern, Vorsitzendem, Geschäftsführer, Landrat und WLV-Präsident Hubertus Beringmeier als Hauptredner waren die pandemischen Grenzen im Konferenzraum der Geschäftsstelle schnell ausgeschöpft. An den heimischen Monitoren, Laptops und Handys waren über 200 Landwirte zugeschaltet.

Beim Jahresrückblick würdigte der Kreisvorsitzende den Großteil der Treckerkorsos von „Land schafft Verbindung“ als „gut und richtig“ und begrüßte die stärkere Einbindung junger Landwirte in die Verbandsarbeit. Themenschwerpunkte in einem Jahr ohne Verschnaufpause waren und sind der Landschaftsplan Oelde, die Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn mit Planfeststellungsverfahren, aber auch die Änderungen der Umsatzsteuerpauschalierung sowie die Bewertung der Grundwassermessstellen.

Über 200 Landwirte live zugeschaltet

„Die große Bandbreite unserer Aktivitäten für den Natur- und Landschaftsschutz ist schon etwas Besonderes“, so der Kreisvorsitzende und nannte als Beispiele das neue „Aktionsbündnis für Artenvielfalt“, das Kiebitzschutzprojekt, die vielen Blühflächen sowie das neue Projekt „W-LAND – Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität“.

Landrat Dr. Olaf Gericke ergriff die Chance, über den digitalen Kanal den holprigen Corona-Impfstart zu entschuldigen. Besonderer Lichtblick sei der zügige Breitbandausbau bis Ende 2023 mit 160 Millionen Euro.

Im Chat diskutierten die Landwirte dann mit Hubertus Beringmeier über die Marktlage, Fragen zur Tierhaltung, Düngeverordnung und Ausrichtung der Verbandsarbeit.

Corona und der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland belasten die Märkte schwer. Die Schweinepreise seien „unterirdisch“ und für Ferkelerzeuger katastrophal, so der WLV-Präsident.

„Land schafft Verbindung“ habe mit den Schlepperblockaden die Türen beim Lebensmitteleinzelhandel geöffnet. Jetzt sei der Zeitpunkt günstig für Gespräche mit dem LEH, der äußerst nervös auf die Blockaden vor seinen Lagern reagiere.

Wo wir sind, ist vorne.

Kreisvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh

An der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft hat der Präsident keinen Zweifel. Tierwohl, Biodiversität, Regionalität und vieles sei machbar, müsse aber auch bezahlt werden.

Die bisherige Weltmarktorientierung hatte bereits 2014 durch das Russlandembargo gelitten. Deren Selbstversorgung liegt heute bei 100 Prozent. Jetzt fehlt Deutschland der chinesische Markt. Auch dort wird investiert. Das heiße für Deutschland: „Das Inland ist unser wichtigster Markt!“

Einträge der Afrikanischen Schweinepest ins WLV-Gebiet wären laut Beringmeier „verheerend“.

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