Löschzug Vorhelm trifft sich per Videokonferenz
Dienstabend fällt nicht aus

Vorhelm -

Nach dem Vorbild vieler Unternehmen geht auch die Feuerwehr jetzt den Weg der digitalen Konferenz. Im Löschzug Vorhelm war am Montagabend Premiere.

Dienstag, 21.04.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 18:00 Uhr
Während Löschzugführer Raphael Eustermann im Vorhelmer Feuerwehr-Gerätehaus saß, schalteten sich die Kameraden online per Videokonferenz hinzu. So lief der erste virtuelle Dienstabend.
Während Löschzugführer Raphael Eustermann im Vorhelmer Feuerwehr-Gerätehaus saß, schalteten sich die Kameraden online per Videokonferenz hinzu. So lief der erste virtuelle Dienstabend. Foto: Christian Wolff

Die Feuerwehr ist voll einsatzbereit. Und trotzdem bleibt angesichts weiter geltender Corona-Schutzmaßnahmen auch im Löschzug Vorhelm wenig Raum für kameradschaftlichen Austausch über den Einsatz hinaus:kein Hochziehen des Maibaums, kein Florianstag und keine Dienstabende – eigentlich.

Zumindest was Letzteres angeht, haben die Aktiven seit Montagabend eine Lösung parat, die übergangsweise Abhilfe schafft. 27 Kameraden, darunter ein Neuzugang aus Beckum, schalteten live ein, während Raphael Eustermann im ansonsten leeren Schulungsraum des Feuerwehr-Gerätehauses die Stellung hielt.

Technische Finessen gemeistert

„Für manche Kameraden gehören Videokonferenzen inzwischen zum beruflichen Alltag“, so der Zugführer. „Für andere war diese Form des Dienstabends auch technisch absolutes Neuland. Aber selbst unsere Kameraden über 60 haben diese technischen Finessen gemeistert.“ Ein Kamerad habe vom Arbeitsplatz aus teilgenommen und sich seine Pause entsprechend eingeteilt. „Feuerwehr bedeutet auch Kameradschaft. Neben der inhaltlichen Komponente ist es uns wichtig, den Kontakt zwischen aktiven Mitgliedern aufrecht zu erhalten.“

Die Idee dazu hatte Sebastian Sydow , der als Berufsschullehrer an der Ahlener Europaschule mit Schülern regelmäßig Unterricht über Videokonferenzen durchführt. „Feuerwehrleute können Multiplikatoren sein, die echte Fachinformationen in ihr privates und berufliches Umfeld, also in die Bevölkerung hineintragen und so auch für breite Akzeptanz der Maßnahmen zum Infektionsschutz sorgen.“

Die Inhalte am Montagabend hätten nicht aktueller sein können: Aufbau des Coronavirus, medizinische Informationen, Darstellung des medizinischen Versorgungskonzeptes im Kreis Warendorf sowie Sinn und Nutzen verschiedener Masken.

Erstes Thema: Corona

Sydow schilderte den Verlauf einer Erkrankung mit Covid-19 und erklärte, dass sich das Virus durch die oberen Atemwege vermehrt und sich dann in der Lunge einnisten kann. Mithilfe von Röntgenbildern sahen die Feuerwehrleute, welche Auswirkung eine Lungenentzündung auf die Sauerstoffversorgung des Körpers hat und warum Menschen mit Vorerkrankungen der Lunge zur Risikogruppe gehören. Einen wichtigen Hinweis gab Sydow für Wiederbelebungen: „Die aktuelle Leitlinie empfiehlt, auf Atemkontrolle zu verzichten. Wenn der Patient bewusstlos ist und keine Atmung zeigt, fangt direkt mit Thoraxkompressionen an!“ In der Pandemie sollen Ersthelfer auf Atemkontrolle und Beatmung verzichten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7378793?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F941534%2F
Nachrichten-Ticker