Ahlen
Kitas sind Streikunterstützer und keine Streikbrecher

Mittwoch, 03.06.2009, 15:06 Uhr

Ahlen - Mahlzeit im Roncalli-Haus. Zur Pfannkuchenzeit gabs am Mittwochmittag Besuch. Ihren sechsten Streiktag nutzten die Erzieherinnen an den städtischen Kindergärten, um der Kita an der Lessing­straße einen Besuch abzustatten. Um vielmehr Dank zu sagen für die zwischenzeitliche Aufnahme ihrer „Notfall“-Kinder - und um am praktischen Beispiel zu sehen, wofür sie eigentlich streiken.

Denn: „Eigentlich demonstriert ihr für Bedingungen, die wir haben“, öffnete Roncalli-Leiter Ludger Althoff den 50 Erzieherinnen, die ein weiteres Mal mit Transparenten und Trillerpfeifen durch die Stadt gezogen waren, die Tür der Caritas-Einrichtung. Bernd Bajohr , Geschäftsführer im „Verdi“-Bezirk Münsterland, sprach dem Roncalli-Haus stellvertretend für alle Einrichtungen, die in den vergangenen drei Wochen ausgeholfen hatten, Dank aus. Diese Häuser seien keine klassischen Streikbrecher , sondern Streikunterstützer . Bajohr: „Das hilft uns in diesen Stunden ungemein, dass die Eltern hinter uns stehen.“

Mehr Platz und mehr Personal, dazu kleinere Gruppen - die Gäste gingen mit großen Augen durchs Roncalli-Haus, um im Garten auf Erzieherebenein den Erfahrungsaustausch zu treten. „Wenn wir hier von 75 auf 100 Kinder erhöhen würden, hätte am Ende niemand was davon“, betonte Ludger Althoff. „Mehr Kinder in den Gruppen: Da sag ich Nein!“ Vor dem Hintergrund der imensen Sprachprobleme sei es etwa im Südenstadtteil geboten, Gruppen zu verkleinern. Er, so Althoff, wolle ganz bestimmte Bedingungen, die es notfalls zu verteidigen gelte. Daher sei jetzt auch dieser Streik der richtige Weg.

Bernd Bajohr schickte unter dem Beifall der Protestler eine Einladung an Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Elternräte in die Runde, einen Tag vorbeizuschauen, um zu sehen, unter welchen Bedingungen einerseits hier im Roncalli-Haus gearbeitet würde - und andererseits „städtisch“ am Wetterweg oder im „Milchzahn“. „Der Unterschied ist krass. Nach einer viertel Stunde werden sie sagen: Ich bin froh, dass ich wieder gehen kann.“

Wann und wie es mit den Streiks in der nächsten Woche weitergeht, darüber wurde am Nachmittag in Münster beratschlagt. „Verdi“, so der Bezirksgeschäftsführer, werde wie gewohnt rechtzeitig informieren.

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