Ahlen
„Westfalenpark“ statt Industriefuge?

Sonntag, 21.03.2010, 14:03 Uhr

Ahlen - Friedhelm Terfrüchte ist Landschaftsbauer . Ein streitbarer außerdem, der gerne Klartext redet: „Öffentlicher Raum braucht Nutzung - wenn er keine hat, geht er den Bach runter.“ Das sagt der Mann, der seit Jahren am Standort aktiv ist und im Auftrag der Stadt schon die „ Industriefuge “ parallel zu den alten Pütt-Gebäuden entworfen und realisiert hat und schon da Aufenthaltsflächen als zentrales Funktionsmerkmal installiert hat. Sei es das Basketballfeld, seien es die anderen Plätze, die als Spielorte für jeden denkbaren Zweck nur ein Ziel verfolgen: Leben auf die alte Zeche bringen.

Als Eingangstor zu dieser früheren Kohlefabrik sieht Terfrüchte den Zechen- und den Morsbachpark an der Stapelstraße und am Umweg. Da soll jetzt insgesamt eine Dreiviertelmillion Euro für eine Neugestaltung sorgen, weswegen sich der Essener am Donnerstagabend im Bauausschuss freute, „dass Stück für Stück eine Idee wahr wird“, indem die Stadt ihren Anteil von 231 000 Euro zu dem dicken Landeszuschuss gibt.

Aber sollte sie das überhaupt? Olaf Wiesendahl (CDU) sah das einen Tag vorm nächsten Treffen der Haushaltssicherungskommission skeptisch. „Wir müssen ja irgendwo sparen“, fand er. Ob man die Neugestaltung nicht wenigstens ein Jahr „schieben“ könne?

Stadtplaner Christian Kruthoff sah da schon Spielräume: „Wir haben die Zusage vom Land, das Geld steht bereit - wir müssen es bis 2012 verausgaben.“ Wenn, wie Freddy Terfrüchte vorrechnete, etwa ein halbes Jahr Bauzeit veranschlagt wird, wäre also eine Vertagung des Projekts möglich. Das fanden allerdings einige im Ausschuss gar nicht nötig. „Ein Verschieben sehe ich als völlig falsch an“, bemerkte Bernd Meiwes ( SPD ) unter Hinweis auf einen Stadtteil mit Bedarf an solchen Parks, in dem an der Schachtstraße nach Vorstellung Terfrüchtes ein großer Spiel- und Aufenthaltsplatz, vielleicht mit Boule-Bahn, für alle Generationen entstehen könne. Christopher Epping gab ihm für die Linken Recht: „Die Frage ist, ob wir es uns erlauben können, diesen Stadtteil nicht zu entwickeln.“ Die 213 000 Euro sollten es dem Ausschuss wert sein.

Peter Albrecht war auf der SPD-Bank ebenfalls gegen ein Abwarten. „Je später wir das machen, desto größer die Gefahr, dass da gar nix passiert.“

Baurat Franz Budnik sah das entspannter. „Ich denke, in drei bis vier Wochen haben wir Klarheit über unseren Haushalt. Wenn sie jetzt nicht entscheiden, vergeben sie sich gar nichts.“

Der Ausschuss reichte die Angelegenheit ohne abschließenden Beschluss gleich weiter. Im nächsten Bauausschuss soll dann entschieden werden, wann Friedhelm Terfrüchte „die Fläche als solche in Wert setzen“ kann, wie er in seinem engagierten Vortrag bezeichnet hatte.

Die Westfalenpromenade, also der asphaltierte Weg parallel zur Zechenstraße, wird dann durch den Park weitergeführt. Wenn alles eines Tages fertig ist, würde übrigens laut Terfrüchte die bisherige Bezeichnung „Industriefuge“ gar nicht mehr so recht passen. Für ihn wäre die Gesamtkomposition dann ein „Westfalenpark“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/200073?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F702640%2F702651%2F
Fußgänger bewusstlos geschlagen und beklaut
Raubüberfall: Fußgänger bewusstlos geschlagen und beklaut
Nachrichten-Ticker