Ahlen
Biogas-Fernwärme für Tönnishäuschen?

Donnerstag, 01.04.2010, 18:04 Uhr

Tönnishäuschen - Vier Landwirte aus Wessenhorst planen derzeit, gemeinsam eine Biogasanlage zu errichten. Ein Projekt, von dem Ahlens kleinster Ortsteil profitieren könnte, glaubt Andreas Stapel : „Es gibt die Idee, dass Tönnishäuschen die Abwärme nutzen kann“, sagte er jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Unser Dorf“.

Während Biogas-Projekte in Vorhelm und Umgebung sonst eher kontroverse Diskussionen hervorrufen, herrschte in der Kapellengemeinde am Mittwochabend deutliche Einigkeit darüber, dass das Wessenhorster Projekt keine Nachteile für das Dorf mit sich bringen würde. „Wir reden hier ja auch über eine völlig andere Größenordnung als am Bosenberg“, so Stapel, der im Dorf-Vereinsvorstand als Beisitzer aktiv ist. Auch das Genehmigungsverfahren sei in Wessenhorst unkomplizierter, so dass die künftigen Betreiber fest damit rechnen, noch im Laufe dieses Jahres startklar zu sein.

Es soll sich um eine Anlage mit 400 Kilowattstunden (KW) elektrischer Leistung handeln. Mit der Abwärme der Stromerzeugung bleibt neben der für den Gärprozess notwendigen Prozesswärme einiges übrig. „100 bis 200 KW Abwärme benötigen die Betreiber selbst, über 200 KW wären sozusagen ohne Verwendung.“ Da ein normaler Haushalt etwa 15 bis 20 KW benötige, könnten um die 20 Häuser in Tönnishäuschen mit Fernwärme versorgt werden, sicher nicht das ganze Kapellendorf.

„Das ist vielleicht für die Bereiche Eichengrund und Eichenhain sehr interessant“, erklärte Stapel. Denn dann müssten nicht einmal Straßen aufgerissen werden, da der Zugang rückwärtig möglich ist. „Die Rahmenbedingungen sind sehr gut.“

Andreas Stapel verwies auf das Dorf Jühnde, das er selbst schon besucht hat. Jühnde erzeugt seine benötigte Energie (Strom und Wärme) selbst auf der Basis von Biomasse. Mehr als doppelt so viel Strom wird regenerativ erzeugt, als der Ort im ganzen Jahr verbraucht. Die Energieanlage besteht dort aus einer Biogasanlage und einem Biomasse-Heizwerk. Ein Nahwärmenetz bringt die Energie zu den Haushalten. „Wenn ich sehe, wie die Beschaffenheit der Landschaft dort ist, sind die Voraussetzungen dort deutlich schlechter gewesen, als sie bei uns wären“, sagte das Vorstandsmitglied. „In Jühnde macht das ganze Dorf mit.“ Landwirte, Gemeinde und Verbraucher haben sich in einer Genossenschaft organisiert und ihre Energieversorgung selbst in die Hand genommen.

Ob das in Tönnishäuschen auch einmal der Fall sein wird, vermochten die Mitglieder des Vereins „Unser Dorf“ nicht festzuhalten, aber das Wessenhorster Projekt halten die Mitglieder auf jeden Fall für einen „guten Schritt in Richtung umweltschonender Energienutzung und -erzeugung“.

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