Ahlen
Denkmaltag zeigte: Uriger Charme hat im alten Fachwerk überlebt

Sonntag, 12.09.2010, 17:09 Uhr

Ahlen - Wie lebt es sich es in alten Häusern? Eine Frage, die allen Besuchern am „ Tag des offenen Denkmals “ auf den Nägeln brannte. Antworten gaben die Häuser Hellstraße 6, 29, 26 und 40. Sie bewiesen, dass niemand auf heutige Standards verzichten muss, der ein Denkmal mit Leben füllt.

In der Nummer 29 hat der Kirchenmusiker Andreas Blechmann sein Heim gefunden. Der Hausherr schilderte - nicht ohne Stolz - die Anstrengungen, die es kostete, das alte Fachwerkhaus zu retten: „Meine Handwerker sagte: ,Das Haus ist krank.“ Viel Arbeit und Geduld waren nötig, um das marode Vierständerhaus zu erneuern. „Es sind etwa 80 Prozent der Balken und fast alle Dübel ausgetauscht worden“, hielt Blechmann fest. Dübel sind in diesem Fall die kleinen Hölzer, die Balkenlaschen in den Nuten der Gegenstücke fixieren. Damit haben sie für die Stabilität des Gebäudes eine zentrale Aufgabe. Besonders der Fußboden der Diele war sehr aufwendig zu sanieren. „Wir gruben die Natursteine bis in 1,50 Metern Tiefe aus, nummerierten sie, um sie später wieder originalgetreu einzusetzen“, schilderte Blechmann. Heute sind sie, mit Fußbodenheizung versehen, wahre Schmuckstücke.

Der Bauherr änderte - wie auch seine Nachbarin Helga Meierhenrich in der Nummer 6 - Details am Haus, um es den modernen Erfordernissen anzupassen. Doch der Geist der Ackerbürgerhäuser ist noch immer spürbar - oft zwischen den dunklen Originalhölzern und den deutlich helleren neuen Stücken. Der Garten bei Andreas Blechmann wartet noch auf die Fertigstellung, aber vermittelt bereits den Eindruck einer grünen Oase im Stadtzentrum.

Gegenüber in der Nummer 26, bei Familie Schulte, stand schon vor gut 20 Jahren die grundlegende Renovierung an. Dabei stießen die Bauherrn auf verkohlte Balken. „Das sind noch Überbleibsel der Stadtbrände“, ist sich Karl-Heinz Schulte sicher. Er recherchierte auch, dass sein Haus schon vor 1750 - also eher als angenommen - errichtet wurde. Viel zu berichten hatte auch seine Frau Edith, die in dem Gebäude aufgewachsen ist.

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