Ahlen
Linke kündigen ein „Ja“ zum Leistungszentrum an

Mittwoch, 06.10.2010, 09:10 Uhr

Ahlen - Eines lässt sich über die Ratssitzung am Donnerstag im Vorfeld sagen: Sie wird nicht kurz. Und vermutlich werden die Abstimmungsergebnisse auch denkbar knapp. Darauf deuten zumindest die jüngsten Aussagen der Politiker hin. Als letzte positionierten sich die Linken, die am Montag in ihrer Faktionssitzung ihre Marschrichtung für die Themen Sportleistungszentrum und Landesgartenschau festlegten.

Vor allem mit Blick auf die begrenzten Hallenkapazitäten wollen Reiner Jenkel und Christopher Epping für die Halle stimmen. „Das ist vielleicht überraschend“, meint Fraktionschef Jenkel im „AZ“- Gespräch, aber der Leistungsstützpunkt biete die Chance, sowohl den Schul- als auch den Vereinssport mehr zu fördern. „Der Sport hat auch eine integrative Wirkung für unsere Migranten“, ergänzt Wiegand Busse, der aus jahrelanger Schulpraxis um diese Bedeutung weiß. Im Übrigen erhalte man mit dem Stützpunkt eine neue Halle, die energetisch auf dem neuesten Stand sei und mittelfristig die ein oder andere abgängige Halle ersetzen könne. „Ich werde geheime Abstimmung beantragen“, kündigt Jenkel vorsorglich an und schließt nicht aus, den einen oder anderen doch noch herüberzuziehen.

Unterstützt wird das Vorhaben auch von den Freien Wählern. „Davon profitiert der gesamte Sport in Ahlen“ unterstreich Heinrich Artmann, der wie Jenkel das Kostenargument nicht ausblendet. „Wenn es nur noch nach den Kosten geht, können wir den Bürgern gar nichts mehr bieten“, so der FWG-Fraktionschef. Das könne nicht der richtige Weg sein, um Ahlen attraktiver zu machen.

Die anderen Ratsfraktionen haben sich auf ein Nein festgelegt. Bei der FDP klingt die Ablehnung durch die Fraktionsvorsitzende Gabriela Wilinski-Röhr allerdings differenziert: „In der vorliegenden Form müssen wir den Vertrag mit der ASG über den Bau der Halle ablehnen“, betont sie. Danach trage die Stadt das alleinige finanzielle Risiko.

In der Frage der Machbarkeitsstudie für eine Landesgartenschau zeichnet sich ein anderes Bündnis ab. „Unabhängig davon, ob wir den Zuschlag bekommen, ist das eine große Chance für Ahlen“, meint Wilinski-Röhr. Und weiß sich in dieser Frage mit der SPD und der Bürgerlichen Mitte um Rolf Leismann einig.

Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse wird viel davon abhängen, wie viele Mitglieder die Fraktionen an den Start bringen. Auf Seiten der CDU fehlen urlaubsbedingt Heinz Quante, der ohnehin befangen wäre, und Norbert Heringloh-Poll.

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