Ahlen
Loyal bis hin zur Selbstverleugnung

Mittwoch, 28.12.2011, 13:59 Uhr

Ahlen - Verlässlicher Ansprechpartner und sachkundiger Ratgeber. Mit diesen Worten charakterisierte Carl Holtermann als CDU-Fraktionsvorsitzender Kämmerer Klaus Muermans bei dessen Verabschiedung Freitag im Stadthallenrestaurant. Für die CDU sei es „wirklich kein freudiges Ereignis“. Zuvor hatte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller seinem Ersten Beigeordneten „fundierte Kompetenz und ungeheure Belastbarkeit, große Kollegialität und eine Loyalität bis zur Selbstverleugnung “ attestiert.

Zahlreiche Ratsmitglieder, Mitarbeiter aus der Verwaltung und andere Wegbegleiter waren der Einladung gefolgt, um Muermans nach 24 Jahren in städtischen Diensten Lebewohl zu sagen. Dabei hätte es durchaus auch anders kommen können, wie Muermans preisgab: Denn sein Lebenstraum Kämmerer, Stadtwerkechef oder Bankdirektor zu werden, hätte sich nach der friedlichen Revolution in der DDR fast ein zweites Mal erfüllt, wenn er dem Ruf als Geschäftsführer eines Stadtwerkes gefolgt wäre, was er aber aus Rücksicht gegenüber seiner Familie ausschlug.

Nachdrücklich bekannte sich Muermans zum Anteilsverkauf der Stadtwerke an Bielefeld, bei dem seinerzeit 42 Millionen Euro in die Stadtkasse flossen. Ohne den Verkauf wäre Ahlen in der Haushaltssicherung geblieben.

Auch die Gründung des Abwasserwerks 1994 war für ihn ein einschneidendes Datum, weil die Stadt damit selbst Herr über die Gebühren wurde. Muermans bedauerte dabei, dass sich der Rat nicht zu der von der Kämmerei vorgeschlagenen Gebührenerhöhung durchringen konnte.

Als Meilensteine seiner Tätigkeit bei der Stadt bezeichnete er die Erweiterung des Gewerbeparks „Olfetal“, die Erweiterung der Langst, deren Fläche er gerne noch verdoppelt hätte und die Idee für die bislang größte Stiftung in Ahlen gehabt zu haben: die Gründung des Theodor-F.-Leifeld-Museums. „Ohne die Stiftung wäre Ahlen sicher ein ganzes Stück ärmer“, sagte Muermans.

In der Rückschau auf die 24 Jahre habe er mit dem Rat und vielen Ratsmitgliedern „persönlich gut und effizient zusammengearbeitet“, führte der Kämmerer weiter aus. Und schränkte dann ein: Seit 2009 (. . . ) ist der Umgang von Teilen des Rates mit der Verwaltung oder der Verwaltungsführung doch zum Teil gewöhnungsbedürftig.“

Carl Holtermann hatte Muermans absolute Loyalität gegenüber seinen verschiedenen Chefs, gleichgültig welcher politischen Couleur, bescheinigt, was die Fraktion des Öfteren zur Weißglut getrieben habe. Und mit seiner unbeirrbaren Art habe er manchen Ausgabevorschlag, der der CDU Fraktion opportun erschien, sozusagen in der Luft zerfetzt.

Als Abschiedsgeschenk erhielt Muermans vom Bürgermeister ein Bild des aus Ahlen gebürtigen Künstlers Willi Sandforth und ein Jahresabo für die Stadthalle. Für die Frau an seiner Seite gab es einen Blumenstrauß.

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