Erneute Mehrheit für Bosenberg-Pläne
Biogas: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“

Dienstag, 31.05.2011, 19:05 Uhr

Ahlen / Vorhelm - Nach dem Ortsausschuss gab am Dienstagnachmittag auch der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss sein „Ja“ für die Pläne am Bosenberg : Einstimmig - mit einer Enthaltung der BMA - sprach sich das Gremium dafür aus, in Vorhelm-Bahnhof die seit vier Jahren diskutierte Biogasanlage zu errichten.

Ein Satz wurde während der Diskussion im Ratssaal nahezu parteiübergreifend wiederholt: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen.“ Ebenfalls von allen Seiten wurde die Arbeit der Verwaltung gelobt, die sämtliche Anregungen und Einwände der Bürger sorgfältig geprüft und bearbeitet hat, was anhand der 700 Seiten starken Vorlage dokumentiert wurde. „Das schließt natürlich nicht aus, dass es noch Bedenken gibt“, hielt Dr. Gerd Willamowski ( SPD ) fest. „Man kann über dieses Vorhaben unterschiedlicher Meinung sein aber ich glaube, wir haben eine sinnvolle Beschränkung der Leistung vorgenommen.“ Willamows­ki pochte jedoch darauf, die Einhaltung aller Bedingungen auch zu kontrollieren - allein schon, um die Anwohner in Vorhelm-Bahnhof zu beruhigen. Stadtplaner Mattias Bartmann versprach, diesen Wunsch bei der Bezirksregierung erneut anzubringen.

Die Kritik wegen angeblich fehlender Feuerwehrzufahrten entkräftete Bartmann: Zum einen sei die Zufahrt über die Alte Ladestraße völlig ausreichend, zum anderen gebe es drei weitere Möglichkeiten, im Notfall aufs Gelände zu kommen. „Es gibt einen Weg über das Gehöft Große Kleimann, dann ginge es bei Öffnung eines Tores über den Vinckewald. Ein Behelfszugang ist theoretisch auch über einen geschotterten Radweg aus dem Olfetal möglich“, sagte er. An dem Wort „theoretisch“ störte sich jedoch Stefan Eifler (FDP): „Theoretisch sollte es auch kein Fukushima geben“, hielt er dagegen und sorgte damit für ein Raunen im Saal.

Womit der Ausschuss prompt auf die von Friedhelm Köllermann (FWG) vorgetragenen Bedenken zu sprechen kamen. Diese drehten sich um Negativeinflüsse von Biogasanlagen. Sein Fazit: „Es gibt bessere Lösungen.“ Köllermanns Erklärungen stießen jedoch auf wenig Gegenliebe der übrigen Fraktionen. „Mir wird unwohl, weil Ihre Argumentation Ängste schürt“, sagte Petra Pähler-Paul (Grüne) und bezeichnete die von Köllermann zuvor verschickte Auflistung als „abstrus“. Pähler-Paul: „Wir können gerne über den Effizienzgrad von Biogasanlagen oder den Stand der Technik streiten, aber Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen.“ Schlagwörter wie EHEC, Vogelgrippe oder gar die Loveparade-Katastrophe ließen bei Alois Steinkamp (SPD) fast die Hutschnur platzen. Er beantragte eine Beendigung der Diskussion, zog dies aber kurz darauf wieder zurück.

Dr. Gerd Willamowski hielt abschließend fest: „Wir können die Energiepolitik nicht hier diskutieren. Egal, ob Solar- oder Windkraftanlagen - Sie finden überall Stoffe, die nicht recyclebar oder umweltschädlich sind.“

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