Ahlen
CDU und Heringloh-Poll über Kreuz

Freitag, 24.06.2011, 20:06 Uhr

Ahlen - Ist das Tischtuch zwischen der CDU-Fraktion und Norbert Heringloh-Poll zerschnitten? Auf der Fraktionssitzung am Dienstagabend sind sich die beiden Seiten nicht näher gekommen, wie der Fraktionsvorsitzende Carl Holtermann im Gespräch mit der „AZ“ bestätigte.

„Ich hatte gehofft, dass sich der Kollege entschuldigt“, sagte Holtermann. Aber Heringloh-Poll habe nicht mal erklären können, warum er bei der Abstimmung über die Biogasanlage in Vorhelm ausgeschert ist. Besonders enttäuscht zeigte sich Holtermann darüber, dass es Heringloh-Poll nicht für nötig befunden habe, ihn vorab über sein abweichendes Votum zu informieren. „Diesen Vorwurf lasse ich gelten“, meinte der Gescholtene. Alle anderen Vorwürfe aus den Reihen der Fraktion seien dagegen unzutreffend. So habe er mit seiner Feststellung, er sei in der Fraktion abgebügelt worden, nicht den Fraktionsvorsitzenden gemeint, sondern vor allem den Bürgermeister und Mattias Bartmann , Chef der städtischen Planungsabteilung, die seine Bedenken nicht ernst genommen hätten.

Auch das Thema der vorherigen Abstimmung in der Fraktion stellen beide Seiten im Nachhinein ganz anders dar. Holtermann: „Heringloh-Poll hat bei der Entscheidung, ob wir die Abstimmung freigeben sollen, dagegen gestimmt. Und er hat auch in der inhaltlichen Frage selbst für die Verwaltungsvorlagen gestimmt.“ Der Angesprochene fühlte sich dagegen von der Art der Diskussion „überrollt“, weil er den Eindruck gewonnen habe, dass die Mehrheit der Fraktion für Argumente nicht mehr zugänglich war. „Ich habe mehr aus Verärgerung gesagt, dann könnt ihr doch gleich so abstimmen.“

Holtermann dazu: „Er stellt sich heute als Opfer dar, das er nicht ist.“ Als das sieht sich Norbert Heringloh-Poll wirklich, denn die Sitzung habe phasenweise den Charakter eines „Tribunals“ angenommen. Er sei von einigen gefragt worden, ob er sich überhaupt noch der Fraktion zugehörig fühle. Vor allem über Vorhaltungen aus dem Mund des früheren und des derzeitigen Parteivorsitzenden habe er sich sehr geärgert.

Wie geht es jetzt weiter? „Ich weiß es nicht“, so Holtermann. Denkbar ist eine Rüge, aber auch ein Ausschluss aus der Fraktion. Ein solcher Antrag sei aber bislang noch nicht gestellt worden. Laut Holtermann hat Heringloh-Poll um ein persönliches Gespräch gebeten. „Ich habe ihm geantwortet, nur wenn daran auch zwei Pressevertreter teilnehmen“, so der Fraktionsvorsitzende.

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