Bosenberg-Abstimmung
CDU-Fraktion verlangt Auskunft von „Abweichler“ Heringloh-Poll

AHLEN - „Die Fraktion ist sehr beleidigt“ - Mit diesen Worten kommentiert Carl Holtermann das Verhalten seines Fraktionskollegen Norbert Heringloh-Poll, der bei der Abstimmung in der Ratssitzung am Dienstag über die Biogasanlage auf dem Bosenberg (wie berichtet) gegen die Linie der CDU-Fraktion gestimmt hatte. Deshalb werde sich die Fraktion in ihrer nächsten Sitzung am...

Freitag, 17.06.2011, 00:06 Uhr

AHLEN - „Die Fraktion ist sehr beleidigt“ - Mit diesen Worten kommentiert Carl Holtermann das Verhalten seines Fraktionskollegen Norbert Heringloh-Poll, der bei der Abstimmung in der Ratssitzung am Dienstag über die Biogasanlage auf dem Bosenberg (wie berichtet) gegen die Linie der CDU-Fraktion gestimmt hatte. Deshalb werde sich die Fraktion in ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 21. Juni, mit dem Verhalten Heringloh-Polls beschäftigen, bestätigt Holtermann. Konkret wirft der CDU-Fraktionsvorsitzende Heringloh-Poll vor, mit seiner öffentlichen Ankündigung, gegen „Bosenberg“ stimmen zu wollen, ohne Vorwarnung die Fraktion vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. „Ich habe das aus der Zeitung erfahren“, sagte seinerzeit ein düpierter Fraktionschef. Dieses Verhalten sei um so unverständlicher, als Heringloh-Poll doch zu den Kollegen gehört habe, die im Vorfeld für eine gemeinsame Linie der Fraktion votiert hätten. „Ich selbst hatte vorgeschlagen, die Abstimmung über Bosenberg freizugeben“, sagte Holtermann weiter. Er hätte auch ohne Weiteres eine Sondersitzung der Fraktion einberufen. Spekulationen über einen möglichen Ausschluss aus der Fraktion bezeichnete Holtermann als völlig aus der Luft gegriffen. „Wir müssen über das Verhalten in der Fraktion reden“, meinte Holtermann weiter, denn die habe einen Anspruch darauf zu erfahren, warum Heringloh-Poll ausgeschert sein. „Das macht sonst Schule“, befürchtet der CDU-Fraktionschef. Es wäre sicherlich gut gewesen, Holtermann vorab zu informieren, räumt Heringloh-Poll im Gespräch mit der „AZ“ ein. Aber die Zeit sei ihm einfach davon gelaufen, nachdem er erst in der vergangenen Woche von vielen Landwirten angesprochen worden sei. Die Landwirte hatte der Name von Hubert Loick alarmiert, der erst im Mai in einer Zusatzvereinbarung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan als voraussichtlicher Rechtsnachfolger des „Vorhabens Biogasanlage“ aufgetaucht war. Loick werden beste Verbindungen zu den großen Energieversorgern Eon und RWE nachgesagt. Im Unterschied zu Holtermann betont Heringloh-Poll allerdings, dass er in der Fraktion immer wieder kritische Fragen gestellt und vor allem den Zeitdruck bemängelt habe, unter dem das Vorhaben beraten worden sei. Seine Kritik sei mit dem Hinweis, der Regierungspräsident habe doch Zustimmung für die Änderung des Flächennutzungsplan signalisiert, abgebügelt worden.

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