Heringloh-Poll-Ausschluss
Holtermann: Schwerer Schaden für Fraktion

Freitag, 08.07.2011, 21:07 Uhr

AHLEN - Für die CDU-Ratsfraktion ist der Fall Norbert Heringloh-Poll abgehakt. In einer ausführlichen schriftlichen Stellungnahme, die am Freitag in der „AZ“-Redaktion einging, wirft Vorsitzender Carl Holtermann dem ausgeschlossenen Ratsherrn vor, „wiederholt gegen Grundsätze der Ahlener CDU-Ratsfraktion verstoßen und ihr schweren politischen Schaden zugefügt“ zu haben.

Auslöser für den Ausschluss aus der Fraktion sei zwar die Bosenberg-Entscheidung gewesen, leitet Holtermann das zweiseitige Schreiben ein, aber es ginge „nicht in erster Linie“ um die Position, die Heringloh-Poll in dieser Frage bei der Abstimmung in der Ratssitzung eingenommen habe, sondern darum, dass er nicht zum ersten Mal „ohne vorherige Absprache mit der Fraktion oder zumindest dem Vorsitzenden seine abweichende Meinung öffentlich dargestellt hat“. Darüber hinaus habe Heringloh-Poll „bei vielen Gelegenheiten“ die Partei- und Fraktionsführung öffentlich kritisiert. Dabei habe er es selbst mit der Ratsarbeit nicht allzu ernst genommen, habe lediglich an 22 von 37 Fraktionssitzungen teilgenommen. Ähnliches gelte für seine Präsenz bei den Sitzungen des Schul- und Kulturausschusses und des Integrationsrates; beiden Gremien gehört der ausgeschlossene Ratsherr an.

Nachdem Heringloh-Poll es bei der Fraktionssitzung am vergangenen Dienstag abgelehnt habe, sich öffentlich über die Medien für sein Verhalten zu entschuldigen, sei die Fraktion mit ihrer Geduld am Ende gewesen. „Das Verhältnis zwischen ihm und der Fraktion ist zerrüttet und eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr vorstellbar“, so Holtermann.

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