"Uhren Meyer" muss bei der Sparkasse raus
In zehn Monaten Baustart für neue Einkaufspassage?

Mittwoch, 28.12.2011, 01:12 Uhr

Ahlen - Es dauert noch, bis Fleisch an den „Knochen“ kommt. Erst Mitte kommenden Jahres, wohl frühestens im Juli, wird vor der Sparkasse an der Oststraße der Bagger vorfahren und den vorderen Teil des Gebäudes abreißen, um Platz für die geplante neue Einkaufspassage zu schaffen. Der Termin ist zwar bislang nicht offiziell bestätigt, doch Norbert Meyer hat es, was ihn angeht, schon schwarz auf weiß bekommen: Bis zum 30. Juni 2012 muss er das Feld, sein Uhren- und Schmuckgeschäft links vom Eingang zur Bank, räumen. Nach dann 18 Jahren an diesem Standort.

Jeweils 20 Jahre war „ Uhren Meyer“ zuvor an der Gerichtsstraße und danach an der Bahnhofstraße ansässig. Mit dem nächsten Umzug bliebe man also in etwa „im Rhythmus“, lacht Meyer, der erstaunlich gelassen wirkt. Die Kündigung des Mietvertrages kam für ihn allerdings auch nicht überraschend. „Dass ich hier irgendwann mal raus muss, war klar.“ Spätestens, seit im März der Verwaltungsrat der Sparkasse Müns­terland-Ost wie berichtet den Teilverkauf der zu groß gewordenen Ahlener Hauptstelle beschlossen hatte. Zwar habe man ihm angeboten, später in den Neubau wieder einzuziehen. Doch erst einmal hätte er sich für anderthalb Jahre ein Ausweichquartier suchen müssen. „Das wollte ich den Kunden nicht zumuten“, sagt der Uhrmachermeister, „sich in so kurzer Zeit gleich zweimal umzuorientieren.“

Also halten Norbert Meyer und seine Frau Marion nun Ausschau nach einer dauerhaften neuen Bleibe für sich und ihre fünf Mitarbeiterinnen, möglichst wieder an der Oststraße, auf jeden Fall in 1a-Lage, die eine hohe Frequenz durch „Laufkundschaft“ verspricht. Momentan gibt es jedoch in der ganzen Fußgängerzone keinen Leerstand. Was Meyer wundert, aber einstweilen nicht nervös macht: „Es sind noch zehn Monate, da passiert noch was, ich bin da ganz optimistisch.“

Etwas größer als heute dürfte das künftige Ladenlokal ruhig sein, so zwischen 70 und 100 Quadratmeter. Denn Meyers würden das Sortiment gerne erweitern. Und haben auch „schon einige Ideen, wie wir das einrichten“. Sie freuen sich offensichtlich richtig auf den Neuanfang.

Wie sich die Zukunft auf dem Sparkassenareal gestalten wird, wer der Investor ist und welche Mieter er „an der Hand“ hat, bleibt indes weiter großes Bankgeheimnis. Es gebe „keine akuten Neuigkeiten“, beschied Dr. Uwe Koch, Pressesprecher der Sparkasse Münsterland Ost, die jüngste, wiederholte Anfrage seitens der „AZ“. Nach dem Grundsatzbeschluss zum Verkauf liefen derzeit noch „letzte Gespräche“. Koch: „Wir sind auf der Zielgeraden und werden in Kürze den Vertrag unter Dach und Fach bringen.“

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