CDU-Spitze ist über Einladung Sarrazins nicht begeistert
Ruhmöller: Sarrazin-Auftritt überflüssig

AHLEN -

Auch die Mutterpartei CDU und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller sind über die Einladung Thilo Sarrazins durch die „MIT“ nicht begeistert. „Überflüssig und nicht hilfreich“, meint Ruhmöller. Der Stadtverbandsvorsitzende Erhard Richard drückt es diplomatischer aus: „Wir sind in der Integrationspolitik in Ahlen sehr viel weiter“, stellt er fest, um gedanklich zu ergänzen, als es Sarrazin in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ vertritt. Widerspruch kommt auch von der SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Gabi Duhme, die selbst bei Befürwortern Sarrazins festgestellt hat, dass kaum jemand sein Buch wirklich gelesen hat, dem Geschäftsführer von PariSozial, Dietmar Zöller, und der grünen Fraktionsvorsitzenden Petra Pähler-Paul, die nach Selbstverständnis der Mittelstand- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU fragt, wenn sie Sarrazin einlade.

Freitag, 21.10.2011, 10:10 Uhr

„Ich schließe mich inhaltlich voll der Stellungnahme des Integrationsrates an“, unterstreicht Rufmöller, der ansonsten auf eine breite Diskussion in Zusammenhang mit der Veranstaltung hofft. „Die Verwaltung und der Integrationsrat und viele andere leisten Beispielhaftes für die Integration“, lobt Richard . Andererseits stehe es jeder Fachvereinigung der CDU frei, sich auch mit kontro­versen Themen zu beschäftigen. Dabei spiele die Parteizugehörigkeit – der frühere Berliner Finanzsenator ist bekanntlich SPD-Mitglied – keine Rolle. Und es sei das gute Recht der „ MIT “, sich mit Fragen des Fachkräftemangel und der Ausbildungsfähigkeit der jungen Generation zu beschäftigen. Im Übrigen wünschten sich die Bürger doch zu Recht mehr Diskussionsbereitschaft in den Parteien. Richard lässt allerdings keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich eine vorherige Absprache mit dem Vorstand gewünscht hätte. Eine Absage, wie von den Linken gefordert, komme für ihn allerdings nicht in Betracht.
Für Pähler-Paul ist die CDU in ihrer Haltung „nicht glaubwürdig“. Einerseits habe sie mit Ugur Dogan einen sehr engagierten Vorsitzenden des Integrationsrates in ihren Reihen, aber keinen einziges Mandatsträger mit Migrationswurzeln. Anstatt nach Beispielen zu suchen, wo Integration auch in der Lehre und am Arbeitsplatz erfolgreich praktiziert werde, setzte die „MIT“ populistisch auf Effekthascherei.
Der Sprecher der Bürgerlichen Mitte Ahlen (BMA). Matthias Bußmann, vertritt zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Berni Recker die Auffassung, dass die Demokratie eine solche Veranstaltung aushalten muss. Es werde niemand gezwungen, dort hinzugehen, argumentieren beide.

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