Reihe „Fernweh“: Büz zeigte „Das Konzert“
Leichtes Frösteln beim Open-Air-Kino

Ahlen -

Der Film hat das Zeug dazu, in die Filmgeschichte einzugehen. Dennoch kamen am Samstagabend nur wenig Zuschauer zum Büz-Parkplatz, um sich open air „Das Konzert“ anzusehen.

Sonntag, 29.07.2012, 13:07 Uhr

Reihe „Fernweh“: Büz zeigte „Das Konzert“ : Leichtes Frösteln beim Open-Air-Kino
Nicht so viele Zuschauer wie erwartet wollten am Samstagabend auf dem Büz-Parkplatz in der „Fernweh“-Reihe den französischen Film „Das Konzert“ sehen. Foto: Dierk Hartleb

Sommernachtskino am Samstagabend auf dem Parkplatz am Bürgerzentrum – nur die Temperaturen passten nicht so recht zur „ Fernweh “-Open-Air-Veranstaltung, auch wenn die Besucher in den Liegestühlen in der ersten Reihe ausgesprochen bequem saßen. Ohne Decke, die Büz-Geschäftsführerin Christian Bußmann vor Beginn der Vorstellung verteilen ließ, wurde es manchem doch ein wenig zu kühl.

Um 22 Uhr war es noch zu hell für die Projektion des 122 Minuten langen französischen Films „Das Konzert“ auf der fünfmal acht Meter großen Leinwand der Sparkasse. Unter den Zuschauern auch Kinobetreiber Martin Temme , der den Film ein viertes Mal sehen wollte. „Was gut ist, kann man sich auch mehrmals ansehen“, sein Kommentar.

Das Geheimnis dieses Films ist seine Musik. Die Aufführung des Violinkonzerts D-Dur op 35 von Peter Tschaikowski wurde von der enthusiastischen Kritik als eine der virtuosesten Darstellung in der Filmgeschichte gefeiert und wurde mit einem „Cesar“ eigens für die Filmmusik ausgezeichnet.

Dabei agierten die Darsteller der französisch-russischen Filmcrew auch durchweg preisverdächtig, allen voran Alexej Guskov als ehemaliger Stardirigent des Orchesters des Bolschoi-Theaters Andrej Semjonowitsch Filipow. Hervorragend auch Dimitri Nazarow als unverbesserlicher Kommunistenfresser Alexander „Sascha“ Abramovich Grosman. Nicht zu vergessen eine Melanie Laurent, die die Rolle der Star-Violinistin Anne-Marie Jacquet anrührend spielt.

Die Story – durch eine kleine Boshaftigkeit ihres früheren Dirigenten kommen die früheren Musiker des Bolschoi-Theaters in den Genuss einer Einladung zum Konzert im „Thêatre du Chatelet“ und reisen nach Paris – ist ein modernes Märchen, das aber viele Bezüge zur Wirklichkeit des postkommunistischen Russlands aufweist und zugleich gekonnt den westlichen Kulturbetrieb persifliert.

Eingewoben ist eine Geschichte in der Geschichte, die sich um die Herkunft der Star-Violinistin rankt, die ohne ihre Eltern aufgewachsen ist, und von der ebenfalls hinreißend spielenden Miou-Miou als Agentin Guylene de La Riviere, die das Mädchen aufgezogen hat. Ein Film, sicherlich nicht massenkompatibel, aber geeignet, um in die Filmgeschichte einzugehen.

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