Hohe Quote von Neonazi-Straftaten
18 rechte Straftaten im ersten Halbjahr

Ahlen -

Im Zusammenhang mit den Durchsuchungsaktionen in der rechten Szene am Donnerstag weist „Linke“-MdB Ingrid Remmers auf allein 18 recht motivierte Delikte im ersten Halbjahr hin.

Samstag, 25.08.2012, 11:08 Uhr

Wenn Ingrid Remmers über „rechts motivierte Straftaten“ spricht, weiß die Bundestagabgeordnete der „Linken“ ziemlich genau, wovon sie spricht: Drei Strafanzeigen wegen Steinwürfen gegen ihr Wahlkreisbüro in der Klosterstraße und eine Farbschmiererei hat ihre Partei schon bei der Polizei erstattet. Am Freitag meldete sich Remmers zu Wort, nachdem sie in den Medien erfahren hatte, dass es im Zuge der NRW-Verbote gegen Neonazi-Verbindungen auch zwei Durchsuchungen in Ahlen gegeben hatte (wie in der „AZ“ berichtet): „Das verwundert mich nicht.“

Die kürzlich erschienenen Zahlen von als politisch rechts motivierten Straftaten weisen immer noch auf eine hohe Aktivität von Nazis in Ahlen hin. „In Ahlen wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 20 Straftaten als politisch rechts motiviert eingestuft,“ erklärte die Abgeordnete. „Gemessen an der Einwohnerzahl ist das ein enorm hoher Wert.“

Der Staatsschutz in Münster bestätigte auf Anfrage die Zahl von 18 Delikten im ersten Halbjahr. Kreisweit waren es laut Remmers 35. Für Sprecher Jan Schabacker war schon vor der Bearbeitung der „AZ“-Anfrage klar, dass der Name Ahlen in Bezug auf rechte Gewalttaten in Münster natürlich ein Begriff sei.

Gemeint ist damit vor allem die aus einigen Mitgliedern bestehende, „Autonome Nationalisten“ getaufte Neonazi-Gruppe, gegen die immer wieder wegen verschiedener Delikte ermittelt worden war.

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