21-jähriger Ultra erhält Bewährungsstrafe
Vor der Polizei uriniert und Po entblößt

Ahlen -

Weil er vor der Polizei urinierte und den Ordnungshütern sein nacktes Gesäß zeigte, verurteilte das Jugendschöffengericht in Ahlen am Montag einen 21-jährigen Fußballfan zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten.

Montag, 17.09.2012, 16:09 Uhr

21-jähriger Ultra erhält Bewährungsstrafe : Vor der Polizei uriniert und Po entblößt
21-jähriger Ultra erhält Bewährungsstrafe, aber kein Stadionverbot Foto: dpa

„Fußball ist kein Raum, in dem Normen und Gesetze nicht mehr gelten“, sagte der Vorsitzende Richter am Jugendschöffengericht in der Urteilsbegründung. Am Montagmorgen musste sich ein Mitglied des Fußballfanclubs „Rot-Weiß- Ultras“ wegen Beleidigung verantworten. Der 21-jährige Ahlener bekam für seinen geschmacklosen Auftritt gegenüber der Polizei zehn Monate Freiheitsstrafe, auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, ein Alkoholverbot, einen sozialen Trainingskurs und 200 Euro Geldbuße.

Tathergang wurde rekonstruiert

„Sie haben sich nach einem Spiel gegen Herne am 20. Mai auf dem rückwärtigen Bahnhofsparkplatz einem Streifenwagen genähert, in dessen Richtung uriniert, noch weiter angenähert und Ihr Gesäß in beleidigender Absicht entblößt“, warf der Staatsanwalt dem Angeklagten vor. Der gab die Tat zu, schränkte jedoch ein, so stark alkoholisiert gewesen zu sein, dass er erst am folgenden Tag aus Erzählungen davon erfahren habe. „Sie waren noch nüchtern genug, um zunächst falsche Personalien bei der Polizei anzugeben“, hakte der Vorsitzende nach.

Erklärung des Angeklagten

„Wir haben in Herne völlig ohne Grund Pfefferspray von der Polizei abbekommen“, versuchte der Angeklagte zu erklären. Daraus sei diese, jetzt für ihn unsinnige Aktion entstanden. „Wir beobachteten das Geschehen auf dem Parkplatz, als der Angeklagte sich unserem Wagen näherte. Was folgte, geschah unter dem Gejohle und Beifall der anderen Ultras“, berichtete der als Zeuge geladene Polizeibeamte. Erst als Verstärkung eintraf, konnten die Beamten risikolos Platzverweise erteilen.

Kein Stadionverbot für den Ultra

Den bereits häufig in gerichtliche Erscheinung getretene Auszubildenden – seine letzte Verurteilung war am 19. September 2011 – warnte der Staatsanwalt nachdrücklich: „Wir haben Sie im Auge, jede weitere Aktion, und sei sie noch so klein, führt Sie näher an die Haft.“ Trotzdem erteilten Bewährungshilfe und Jugendgerichtshilfe dem Angeklagten eine positive Sozialprognose. Beim Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, verzichtete nur auf das geforderte Stadionverbot. „Gehen Sie hin, schauen Sie sich Spiele an, aber lassen Sie die Finger vom Alkohol“, gab der Vorsitzende dem 21-Jährigen mit auf den Weg.

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