Weltladen und Verbraucherzentrale starten Offensive
Ahlen als Fair-Trade-Town?

Ahlen -

Mit einer gemeinsamen Frühstücksaktion haben der Weltladen und die Verbraucherzentrale auf den Start der „Fairen Woche 2012“, die vom 14. bis 28. September stattfindet, aufmerksam gemacht. Sie wollen damit den Vertrieb von Produkten im Fairen Handel unterstützen.

Sonntag, 16.09.2012, 16:09 Uhr

Weltladen und Verbraucherzentrale starten Offensive : Ahlen als Fair-Trade-Town?
Eingedeckt: Norbert Bing, Daniela Kreitmann, Anne Schulze Wintzler, Gisela Ilse, Karla Grawinkel und Karin Rodeheger fanden die Idee von Ahlen als Fair-Trade-Town entwicklungswert. Foto: Ralf Steinhorst

„Das Gerücht, dass die im fairen Handel vertriebenen Produkte schlecht schmecken, stimmt so nicht mehr. Das war vielleicht bei Kaffee vor 20 Jahren mal der Fall“, räumte Anne Schulze mit einem Vorurteil auf. Das sehen offensichtlich auch viele Verbraucher so, die seit Jahren für steigenden Umsatz mit fair gehandelten Produkten sorgen.

Der faire Handel führt dazu, dass Bauern aus Entwicklungsländern nicht nur faire Mindestpreise für ihre Produkte erhalten, sondern auch langfristige Absatzverträge. Dazu bemühen sich die Handelsunternehmen, dass die Waren schon im Herkunftsland zu Endprodukten verarbeitet werden. Die meist in Genossenschaften organisierten Bauern können für biologischen Anbau zusätzliche Prämien erzielen. Diese verwenden sie meist für bessere Bildungsmöglichkeiten oder Infrastrukturprojekte.

Mittlerweile werden faire Produkte nicht nur in den Weltläden vertrieben, sondern auch in einigen Supermärkten. Allerdings müssen Verbraucher da schon genauer hinsehen, die Produkte sind mit einem Fair-Trade Siegel ausgezeichnet sein. „Die Verbraucher sind kritischer geworden“, schätzt Gisela Ilse vom Weltladen die Entwicklung ein. Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass sie mit ihren Käufen die sozialen Bedingungen in Entwicklungsländern verbessern. Denn die Bauern sind nicht mehr so stark vom Kauf durch globale Lebensmittelkonzerne abhängig, der gleichzeitig Preisdruck bedeutet. „Starker Tropfen höhlt den Stein“, sieht Karla Grawinkel vom Weltladen als Weg. Sie stellte deshalb die Idee in den Raum, Ahlen könne Fair-Trade-Town werden. Davon gibt es bereits 100 Städte in Deutschland. Bedingungen sind unter anderem ein Ratsbeschluss, die Einrichtung einer Steuergruppe und das für die Größenordnung von Ahlen elf Geschäfte und sechs Gastronmiebetriebe Produkte wie Kaffee anbieten. Ratsherr Norbert Bing und Stadtkämmerin Karin Rodeheger waren von der Idee begeistert und wollen den Anstoß in Politik und Verwaltung aufnehmen.

Ab dem heutigen Montag, 17. September, gibt es in der Verbraucherzentrale die Möglichkeit, Fair-Trade-Produkte zu probieren. Der Weltladen ist am kommenden Donnerstag, 20. September, ab 11 Uhr mit einem Informationsstand im Rathaus präsent.

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