Duo vor Gericht
Einbrecher flog mit durch die Scheibe

Ahlen -

Das Ahlener Jugendschöffengericht verurteilte am Donnerstag zwei junge Männer zu Bewährungsstrafen. Sie waren im Mai in ein Haus in der Bauerschaft Halene-Kampen eingebrochen. Beim missglückten Einstieg flog einer der Täter durch eine Fensterscheibe und verletzte sich dabei schwer.

Freitag, 12.10.2012, 12:10 Uhr

„Wenn Sie in den nächsten zwei Jahren noch einmal Mist bauen, gehen Sie für sieben Monate ab“, verdeutlichte der Vorsitzende Richter am Jugendschöffengericht dem 20-jährigen Angeklagten seine Bewährungsstrafe. Mit seinem 19-jährigen Komplizen – er erhielt am Donnerstag eine Geldstrafe von 1500 Euro – versuchten die beiden Beckumer am 20. Mai gegen fünf Uhr in ein Haus in der Bauerschaft Halene-Kampen einzusteigen. Dabei verletzte sich der 19-Jährige so schwer, dass sein Freund einen Notarzt rief. Es folgten drei Operationen.

„Wir wollten das Auto meiner Mutter nach einem Unfall reparieren und machten eine Probefahrt. Dabei kam die Idee mit dem Bruch“, erklärte der 20-Jährige. Der hatte gerade vier Wochen zuvor seine letzte Verurteilung wegen Urkundenfälschung hinter sich. Zwar waren die Männer geständig, doch blieben Anklage und Gericht Zweifel an den Umständen. So gaben die Beckumer an, in der Bauerschaft Partymusik gehört zu haben. „Als wir feststellten, dass diese Gesellschaft nichts für uns ist, kam spontan die Idee mit dem Einbruch“, gestand der 19-Jährige. Er demolierte einen Bewegungsmelder und schlug mit einer Stahlstange eine Scheibe auf der Rückseite des Hauses ein. Dabei stellte sich der Gelegenheitseinbrecher nicht sonderlich geschickt an. Er nahm soviel Schwung, dass er gleich mit durch die Scheibe flog. „Ich dachte, ich hätte mir den Arm gebrochen. Als ich ihn abtastete, spürte ich die starke Blutung“, erinnerte sich der Beckumer. In Panik ging es zurück zum Auto. Von dort riefen die jungen Leute den Notarzt. Die Hilfesuchenden hatten allerdings keine Ahnung, wo sie gerade waren. So verabredeten sie sich an einer Kreuzung zur Bundesstraße mit dem Krankenwagen. „Wir hatten keine bestimmte Absicht, allein das Reinkommen wäre der Adrenalinkick gewesen“, betonte der 19-Jährige.

Trotz Geständnisses behielt das Gericht Zweifel an der Motivation zur Tat. Für den Vorsitzenden war das Hinterlassen der echten Telefonnummer des 20-Jährigen am Tatort nur ein Versuch, von der Straftat abzulenken und als Unfall erscheinen zu lassen.

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