Altlasten unter Fritz-Winter-Gesamtschule
„Keine Gefahr für Schüler“

Ahlen -

Es stimmt: Auf dem Gelände der heutigen Fritz-Winter-Gesamtschule wurde vor Jahrzehnten tonnenweise Abfall umliegender Firmen, vornehmlich aus der Emailleindustrie, entsorgt. Anlass zur Sorge bestehe deswegen jedoch nicht, halten Carsten Rehers, Leiter des Amtes für Umweltschutz beim Kreis Warendorf, und der zuständige Diplom-Ingenieur Jürgen Bussemas im „AZ“-Gespräch fest.

Donnerstag, 29.11.2012, 06:11 Uhr

Altlasten unter Fritz-Winter-Gesamtschule : „Keine Gefahr für Schüler“
Daten im Blick: Altlasten-Sachbearbeiter Martin Schlüter, Umweltbetriebe-Leiter Bernd Döding, Kreisbaudirektor Carsten Rehers und Diplom-Ingenieur Jürgen Bussemas (v.l.). Foto: Christian Wolff

Der Ahlener Bodo Magiera hatte vor gut einer Woche seine eigenen Beobachtungen beschrieben, die er Anfang der 50er Jahre an der August-Kirchner-Straße gemacht hatte (die „AZ“ berichtete). Doch das Thema ist für Bernd Döding , Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, und seinen Mitarbeiter Martin Schlüter nicht neu: Bereits seit Jahrzehnten katalogisiert die Verwaltung betroffene Flächen wie diese, lässt Bodenproben nehmen und leitet – wenn nötig – die Sanierung ein. „Mit dem Gelände der Schule und auch der Fläche gegenüber, dem heutigen Sportgelände, haben wir uns intensiv befasst“, sagt Jürgen Bussemas . „Der Boden und das Grundwasser wurden untersucht, die Raumluft auf Belastungen geprüft – ein ganzes Bündel von Maßnahmen wurde dort, wie auch an vielen anderen Stellen, abgearbeitet.“ Ergebnis: „Zum Glück besteht kein akuter Handlungsbedarf.“ Woran liegt das? Zum einen sei die Reaktionszeit bestimmter chemischer Stoffe längst überschritten, so der Diplom-Ingenieur, zum anderen komme es immer darauf an, in welchem Bereich die Altlasten liegen. „Wenn sie in Schichten eingeschlossen sind, die auf das Grundwasser keinen Einfluss haben und dazu noch nach oben, zum Beispiel durch eine Asphaltschicht, isoliert sind, liegt keine unmittelbare Gefährdung vor“, erklärt Busse­mas. In den 80er Jahren begann die Kartierung belasteter Altstandorte. Bernd Döding erinnert sich an mühselige Kleinarbeit, dokumentiert in dicken Ordnern – heute längst digital erfasst und durch Archivrecherchen ergänzt. „Wir haben auch viele Zeitzeugen befragt und immer wieder Vervollständigungen vorgenommen“, sagt er. Neben früheren Müllkippen sind ehemalige wie bestehende Betriebe, ebenso Altstandorte von Tankstellen, berücksichtigt. „Es ist verständlich, dass gerade dann, wenn Schulen oder Kindergärten betroffen sind, besondere Sensibilität gefragt ist“, weiß Döding um die Ängste, die aktuell um die Gesamtschule aufkeimten. „Wenn jemand Sorgen hat, dass unter seinem Grundstück oder bei einem geplanten Kauf oder einer Erweiterung mit Altlasten zu rechnen ist, kann er sich gerne an uns wenden“, betont Kreisbaudirektor Carsten Rehers. Umfassende Grundinformationen unter dem Stichwort „Altlasten“ sind auf der Internetseite des Kreises abrufbar.   | www.kreis-warendorf.de

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