NWA-Pleite und ihre Folgen
Spikker-GmbH schuldet Stadt Ahlen halbe Million

Ahlen -

Das Scheitern der Firmengruppe beschert Ahlen eine neue Baustelle: Das Grundstück ist noch lange nicht bezahlt.

Dienstag, 18.12.2012, 11:12 Uhr

NWA-Pleite und ihre Folgen : Spikker-GmbH schuldet Stadt Ahlen halbe Million
Pleitebedingt geschlossen: Der NWA-Standort an der Guissener Straße wird demnächst zwangsversteigert, berichtet Kämmerin Karin Rodeheger. Foto: Jörg Pastoor

563 044,14 Euro. Das ist inklusive Verzugszinsen und Säumniszuschlägen der Betrag, den die Helmut Spikker Immobilien GmbH & Co. KG der Stadt Ahlen für das Gewerbegrundstück an der Guissener Straße schuldet. Kämmerin Karin Rodeheger hat die Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt auf den Cent aufgelistet – bis jetzt, Stand 14. Dezember.

Die SPD-Fraktion hatte wissen wollen, wie der Sachstand aussieht. Aus dem der „AZ“ vorliegenden Antwortschreiben geht ein komplizierter Sachverhalt hervor: Wegen des zwischenzeitlich eröffneten Insolvenzverfahrens gegen diverse Firmen der Spikker-Gruppe zwei Jahre nach dem damals heftigst umworbenen Neustart könnte es schwierig werden, an das Geld zu kommen.

Da der Versuch, aus dem Notarvertrag über dem Verkauf des Grundstücks zu vollstrecken, gescheitert war, hatte die Stadt am 28. November Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Spikker-Immobilien GmbH gestellt.

Das Amtsgericht , so Karin Rodeheger in ihrem elfteiligen Antwortschreiben an SPD-Fraktionschef Norbert Bing weiter, werde bald die Zwangsversteigerung des Geländes samt aufstehendem Gebäude betreiben. Der Verkehrswert werde wohl mit zwölf Millionen Euro festgesetzt. Aufgrund der grundbuchlichen Absicherung der Ansprüche geht die Verwaltungsspitze davon aus, dass aus dem Erlös des Versteigerungsverfahrens „u.a. die gesicherte Restkaufpreisforderung der Stadt beglichen“ wird.

Anlass für den Fragenkatalog der SPD war letztlich das Scheitern des Spikkerschen Versuches gewesen, nach der damaligen Gründung von „LR“ vor 25 Jahren ein zweites Direktvertriebs-System aufzubauen. Dem von aufwendigem Marketingaufwand begleiteten Neustart seiner „Network World Alliance“ folgten aber bald Nachrichten von Zahlungsrückständen. Inzwischen ist die Gruppe pleite.

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