Runder Tisch in Drensteinfurt
Tierheim bleibt Zankapfel

Ahlen / Drensteinfurt -

Der Zustand des Mammut-Tierheims in Tönnishäuschen, die Arbeit des Vorstands und das Mitwirken der Politik standen im Mittelpunkt des „Runden Tisches“, zu dem Gisbert Hiller nach Drensteinfurt eingeladen hatte.

Samstag, 23.03.2013, 11:03 Uhr

Am Runden Tisch: Auf Einladung von Gisbert Hiller sowie Jennifer und Daniel Bewernick kamen am Freitag einige Tierfreunde nach Drensteinfurt.
Am Runden Tisch: Auf Einladung von Gisbert Hiller sowie Jennifer und Daniel Bewernick kamen am Freitag einige Tierfreunde nach Drensteinfurt. Foto: Timo Frohne

Was nach dem letzten Besuch von Gisbert Hiller in Tönnishäuschen geschah, ist bekannt. Via „Facebook“ ließ er verlauten: Die Container im „Mammut-Tierheim“ sind dreckig, Leitungen und Rohre komplett veraltet, eine häufige Überbelegung mit Katzen untragbar (die „AZ“ berichtete). Seither stehen Hillers Mitstreiter und die Ehrenamtlichen aus der Einrichtung im Clinch.

Doch statt sich nur gegenseitig zu kritisieren, sollte es am Freitagnachmittag um Lösungen und Perspektiven gehen. Der Event-Manager hatte zu einem Runden Tisch nach Drensteinfurt eingeladen.Allerdings waren sowohl Vertreter die Tierheims als auch Landrat und Bürgermeister der Einladung in die Gaststätte Averdung nicht gefolgt. Dennoch ergab sich eine oftmals hitzige Diskussion über die Zukunft des Tierasyls. „Jeder, der schon mal vor Ort gewesen ist, erkennt die Riesenprobleme“, verdeutlichte der selbsternannte Tierfreund Hiller gleich zu Beginn. Rolf Leismann , Ratsmitglied der Ahlener BMA-Fraktion, sprach ebenso von einer „katastrophalen Situation“ in Tönnishäuschen, stellte aber auch fest: „Für die Tiere war es im Großen und Ganzen immer vertretbar.“ Vielmehr bereite ihm die Vorstandsarbeit des Tierschutzvereins immense Sorgen: „Der Vorstand hat den Rückhalt der Bevölkerung verloren.“ Gerüchte über mangelhafte Versorgung kranker Tiere, schwindende Spendengelder und sogar Drohungen stehen im Raum.

Gerade die interne Vereinsarbeit stand in Folge lange zur Diskussion: „Ist der Verein noch gemeinnützig?“, fragte Leismann in die Runde – und der Tenor war eindeutig: „Der Vorstand kann und darf in dieser Form nicht weiterarbeiten.“ Doch in das Innere des Vereins hineinzukommen, der nach eigenen Angaben 300 Mitglieder hat, sei schwierig, monierten einige Anwesende. Gespräche würden konsequent abgeblockt, auch Mitgliedsanträge ignoriert. Sogar ehrenamtliche Hilfe würde konsequent abgelehnt.

Im weiteren Verlauf kam die Frage auf, inwieweit sich die Politik einmischen muss, denn schließlich sei es deren Aufgabe, eine würdige Unterbringung der Tiere sicherzustellen. Gisbert Hiller meinte, dass das Tierheim eine Quarantäne-Station für Katzen einrichten müsse, um gesunde und kranke Tiere zu trennen. Außerdem kam die Idee eines gemeinsamen Kreistierheims zur Sprache. Hiller und seine Unterstützer wollen nun die Bürgermeister des Kreises und den Landrat um Gespräche bitten.

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