Westernstadt: Verwaltung sichert Bürgern frühzeitige Beteiligung zu
Eigentlich nichts Neues

Ahlen / Dolberg -

Das Thema „Westernstadt“ stand am Donnerstag auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauen, Umweltfragen und öffentliche Einrichtungen. Dabei gab Stadtplaner Mattias Bartmann geduldig noch einmal dieselben Antworten auf dieselben Fragen wie bei früheren Gelegenheiten. Dem Vorsitzenden der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann, erteilte Bartmann den freundlichen Rat, doch mal in die Protokolle zu schauen.

Samstag, 23.03.2013, 12:03 Uhr

Kaum schlauer als zuvor, aber offensichtlich guter Dinge waren die Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Westernstadt nach der Sitzung des Bauauschusses am Donnerstag.
Kaum schlauer als zuvor, aber offensichtlich guter Dinge waren die Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Westernstadt nach der Sitzung des Bauauschusses am Donnerstag. Foto: Christian Wolff

Neues gab es eigentlich nicht zu berichten. Jedenfalls nicht viel. Stadtplaner Mattias Bartmann verwies auf den weitgehend bekannten – und seit der jüngsten Sitzung des Ortsausschusses Dolberg am 7. März unveränderten – Sachstand, auf nach wie vor ausstehende Gutachten. Und gab geduldig auch noch einmal dieselben Antworten auf dieselben Fragen wie bei früheren Gelegenheiten. Dem Vorsitzenden der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann , erteilte Bartmann den freundlichen Rat, doch mal in die Protokolle zu schauen.

Warum stand das Thema „Westernstadt“ dann überhaupt am Donnerstag auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauen, Umweltfragen und öffentliche Einrichtungen? Das fragte sich nicht nur Dieter Bröer, Vertreter der Bündnis-Grünen, der sich auch um die Außenwirkung der Diskussion sorgt. „Wenn ich mit zehn, 15 Millionen Euro nach Ahlen kommen wollte, würde ich mich wundern, wie ich hier behandelt werde, was mir alles Böses unterstellt wird.“ Man sollte dem Projektentwickler doch nun erst mal Zeit geben, die geforderten Gutachten beizubringen.

Doch auf Seiten der Gegner der Westernstadt herrscht ge­genüber dem Vorhabenträger und den nach wie vor namentlich nicht bekannten Investoren großes Misstrauen. Vor dem Ausschuss malte Ulf Rosenbaum als Sprecher der Bürgerinitiative das Schreckgespenst einer zweiten „Pullmann City“ wie bei Hasselfelde im Harz, wo 250 Live-Auftritte von Bands im Jahr stattfinden und an manchen Wochenenden Tausende Quad- oder Motorradfahrer „einfallen“, an die Wand. Bei seiner Erklärung blieb Rosenbaum ansonsten – abweichend vom Manuskript – betont sachlich und richtete zum Schluss einen geradezu flehentlichen Appell an Verwaltung und Politik: „Bitte reden Sie mit uns. Versuchen Sie, uns mitzunehmen.“

Mattias Bartmann äußerte „bis zu einem gewissen Grad“ Verständnis für die Ängste: „Sie wissen noch nicht, was auf Sie zukommt.“ Er könne auch verstehen, so der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen, dass die Antworten, die die Verwaltung zuvor auf einen von der Bürgerinitiative eingereichten umfangreichen Fragenkatalog schriftlich gegeben hatte, diese „noch nicht zufrieden stellen“ würden. Doch viele Informationen lägen halt im Detail noch nicht vor. Bartmann sicherte aber erneut zu, die Bürger frühzeitig und umfassend zu beteiligen – sobald es eine ausreichende Diskussionsgrundlage gibt. Die muss auch nach seiner Ansicht bald, heißt noch in diesem Jahr, geschaffen werden. Bartmann schloss sich „seinem“ Baudezernenten Andreas Mentz an, der vom „Jahr der Entscheidung“ gesprochen hatte: Auf jeden Fall müsse das Projekt „in 2013 Fahrt aufnehmen“.

Auch Philipp Gößling (CDU) bat die Bürgerinitiative noch um ein wenig Geduld. „Wir versuchen, es möglichst transparent zu halten“, versicherte der Vorsitzende des Dolberger Ortsausschusses, „aber das, was wir bis jetzt an Fakten haben, ist einfach zu wenig.“

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