Zwei Drittel der Stadt waren saftlos
Kurzschluss in Freileitung führte zum Blackout

Ahlen -

Zwei Drittel der Stadt ohne Strom? Das hat es so schon lange nicht mehr gegeben. Der Totalausfall am Donnerstagmorgen wird die Stadtwerke dennoch nicht länger beschäftigen, auch wenn der Kernstadtbereich „nur“ etwa 40 Minuten saftlos war. Aber um 13.40 Uhr ist Geschäftsführer Hans Jürgen Tröger zunächst mal froh, dass alle Ahlener wieder Spannung auf der Leitung haben.

Donnerstag, 21.03.2013, 16:03 Uhr

Zwei Drittel der Stadt waren saftlos : Kurzschluss in Freileitung führte zum Blackout
Foto: Ulrich Gösmann

Es war ein „KU“ an einer Freileitung in Halene Kampen, soviel stand gegen 12 Uhr schon fest. Dieser Kurzunterbrechungsschalter hat aber eben nicht nur kurz die Stromweiterleitung unterbunden – ähnlich wie ein FI zu Hause. Stattdessen ist er komplett ausgefallen. Eine Kettenreaktion schaltete dann schließlich auch Trafo Nummer zwölf im Meisterweg aus, was besagten zwei Dritteln des Netzes den Strom abdrehte. „Eigentlich halten solche KU bis zu 50 Jahre“, so Tröger am Nachmittag während einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Dieser sei erst 14 Jahre alt und während der letzten Routineprüfung unauffällig gewesen. Jetzt zählt er zur Kategorie „Betriebsmittel ausgefallen“, wird technisch untersucht und, so irreparabel, ausgetauscht.

Was den „Kurzen“ verursacht hat, ob es ein schneeüberladener Ast war oder vielleicht ein Vogel – keiner weiß es. Eines der sechs Stadtwerketeams hat die drei Kilometer Freileitung abgefahren und nichts gefunden. „Sollte es ein Ast gewesen sein, kann der durch den Kurzschluss natürlich runtergefallen sein“, sagt Stromabteilungsleiter Ludger Schweck . Freileitungen seien eben anfällig für so etwas.

Stromausfall in Ahlen

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Die Folge des Zwischenfalls haben fast alle Ahlener und alle Dolberger gespürt. Die Firma Kaldewei war im Werk nicht betroffen, im Zentrum an der Rottmann-straße aber sehr wohl, weil die an dem betroffenen Netzbereich hängt. Das Olfetal, Vorhelm und Tönnishäuschen seien verschont geblieben. In Zahlen: Von den rund 28 000 Zählern im Stadtgebiet hatten zwischen 18 000 und 20 000 für gute 40 Minuten nichts zu zählen. „Gut“ ist übrigens auch Hans Jürgen Trögers Prädikat für das Tempo der Störungsbeseitigung. Für einen Ausfall dieser Dimension sei das wirklich beachtlich. Er rechne damit, dass die Bundesnetzagentur , der so etwas stets gemeldet werden muss, das auch entsprechend würdige.

Tröger und Schweck stellten jedenfalls nach Einsatzende fest, dass die für solche Fälle geltenden Notfallpläne genau funktioniert haben.

Gemeinsam mit der RWE hatten die sechs Interventionsteams des kommunalen Energieversorgers nach und nach die Wohngebiete wieder angeklemmt. Während des Ausfalls liefen in der Leitstelle der Feuer- und Rettungswache fast 100 Anrufe besorgter Bürger auf. Im „Gezeitenland“, ließ dessen Team vorsorglich wissen, halte die Notreserve zum Betrieb der Beatmungsgeräte gute vier Stunden. Doch die Wachleitung konnte auf die Anforderung eines mobilen Aggregates verzichten – es war rechtzeitig wieder Strom da.

Dass die Deutsche Bahn über eigene Stromversorgung verfügt, konnte jeder an den durchfahrenden Zügen sehen. So ganz haute das aber auch bei der DB nicht hin: Die eine Uhr im Bahnhof blieb Punkt 10.41 Uhr stehen, die andere lief weiter; die Verbindungsdisplays funktionierten, die elektrischen Türöffner des Reisezentrums nicht. Im Backshop war kein Strom nötig: „Wir haben einen Kassenschlüssel“, sagt die Verkäuferin entspannt und gibt einer Kundin Wechselgeld heraus.

Die Stadtwerke hatten alles auf den Beinen, was an Personal verfügbar war. Und auch eine Chance, miteinander zu sprechen: „Wir haben Digitalfunk“, so Hans Jürgen Tröger.

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